Lagardes IWF will Schweiz zu Staatsanleihenkauf verdonnern
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Lagardes IWF will Schweiz zu Staatsanleihenkauf verdonnern

Der Internationale Währungsfonds (IWF) schlägt der Schweiz den Ankauf von Wertpapieren vor. Damit soll der Frankenstärke Einhalt geboten und das Wachstum angekurbelt werden. Ob die Schweizerische Nationalbank (SNB) auf den Vorschlag eingeht, ist ungewiss. Dann hätte sie genauso gut am Mindestkurs festhalten können.

Wegen des starken Franken wird sich das Wirtschaftswachstum der Schweiz im laufenden Jahr auf 0,75 Prozent verringern, prognostiziert der IWF. Die niedrigen Energiepreise führten dazu, dass die Inflation bis Ende 2015 auf -1,5 Prozent sinkt.

Die Gefahr von einem Teufelskreis für die Schweizer Wirtschaft stuft der Währungsfonds offenbar so hoch ein, dass er empfiehlt, neben schweizerischen Staatsanleihen vor allem ausländische Schuldverschreibungen anzukaufen.

Bei der SNB ist man der Meinung, dass die durch die Franken-Freigabe verursachte negative Teuerung Konsumausgaben und Unternehmensinvestitionen nicht übermäßig drosseln dürften. Die Schweizer Währungshüter rechnen für das laufende Jahr mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von knapp einem Prozent.

Die neuen Vorschläge des IWF tragen die Handschrift der IWF-Vorsitzenden Christine Lagarde und ihrem Chef-Volkswirten Olivier Blanchard. Beide seien der Meinung, dass sich nahezu alle Wirtschaftsprobleme mit einer ultralockeren Geldpolitik lösen ließen. Wäre das der Fall, würde es keine Dritte-Welt-Länder geben, halten ihnen ihre Kritiker entgegen.

Bei SNB-Präsident Thomas Jordan dürfte der Vorschlag des IWF erneut mit dem Erwerb von Staatsanleihen zu beginnen auf wenig Gegenliebe stoßen. Die Notenbank musste solche Käufe zur Verteidigung des Euro-Mindestkurses bei 1,20 Franken jahrelang durchführen.