Aussicht auf Senkung des 3-Monats-Libor trübt sich ein
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Aussicht auf Senkung des 3-Monats-Libor trübt sich ein

Franken-Kreditnehmer wünschen sich eine Zinssenkung auf -1,50 Prozent. Die Erwartungen an die Schweizerische Nationalbank (SNB) sind hoch. Die aktuelle Lage beim Euro-Franken-Kurs und innenpolitischer Druck deuten nun daraufhin, dass die SNB mit einer Zinssenkung noch zuwarten dürfte.

Zweimal hat die SNB zuletzt ihr sogenanntes Zielband (Leitzins im weiteren Sinne) gesenkt. Am 18. Dezember 2014 vergrößerte sie den Korridor, in dem sich der 3-Monats-Libor aufhalten darf, von 0 bis 0,25 Prozent auf -0,75 bis 0,25 Prozent. Am 15. Januar 2015, dem Tag der plötzlichen Franken-Freigabe, weitete man das Zielband auf -1,25 bis -0,25 Prozent aus.

Der 3-Monats-Libor (eigentlicher Leitzins, vergleichbar mit dem bei 0,05 Prozent liegenden EZB-Leitzins) sank seitdem von -0,05 Prozent auf aktuell -0,79 Prozent. Damit sich die Talfahrt fortsetzen kann, müsste das SNB-Zielband noch weiter nach unten verschoben werden. Genau auf einen solchen Schritt hoffen Franken-Kreditnehmer, deren Zinsen an den 3-Monats-Libor gekoppelt sind.


Aktuell schießen Gerüchte ins Kraut, wonach die SNB ihren bei -0,75 Prozent liegenden Einlagenzins (vergleichbar mit dem bei -0,20 Prozent liegenden Einlagenzins der EZB) auf -1,50 Prozent verringern könnte. Bei einem solchen Schritt käme es zugleich zu einer weiteren Absenkung des SNB-Zielbandes und des in ihm bewegenden 3-Monats-Libors.

Devisenexperten stufen die Chancen für eine Zinssenkung derzeit gering ein. Zum einem habe die SNB keinen Grund die Geldpolitik zu lockern, weil sich der Euro-Franken-Kurs trotz der EZB-Geldschwemme stabil über 1,06 hält. Nach einem Einbruch des Wechselkurses auf 1,00, der die SNB auf den Plan rufen würde, sieht es nicht aus.

Zum anderen litten die Guthaben der Schweizer Sozialversicherungen und Pensionskassen noch stärker. Die vier großen Parteien des Schweizer Ständerates - der kleinen Kammer des Parlaments - wollen, dass keine negativen Zinsen in Rechnung gestellt werden. Dagegen sperrt sich bisher SNB-Präsident Thomas Jordan, der sagt, dass Negativzinsen nur wirkten, wenn es keine Möglichkeiten zur Umgehung gebe.