Der Euro wird sein Polster von drei Rappen auf die Marke von 0,90 CHF vergrößern, ist die Grundidee der Wechselkursprognosen von Deutsche Bank und Erste Group. Die UBS pflichtet bei. Auch sie sieht keine Frankenstärke im Jahr 2026.
Mit einem Anstieg des Euro auf 0,95 CHF rechnet die Deutsche Bank: "Der Schweizer Franken stieg Mitte November auf ein Zehn-Jahreshoch bei EUR/CHF 0,918. Er könnte auf Sicht von sechs Monaten auf 0,95 abwerten", prognostiziert das Geldhaus.
Seit der Verhängung massiver US-Zölle (Liberation Day) und Finanzmarktturbulenzen hat sich der Eurokurs seit April 2025 unter 0,94 CHF eingenistet. Davor hatte er zwischen 0,95 und 0.97 notiert.
EUR/CHF-Prognosen Erste Group, UBS
"Wir denken, der Schweizer Franken wird im neuen Jahr etwas schwächer tendieren und rechnen mit einem Wechselkurs zum Euro von 0,95 zum Jahresende 2026", sagt die Erste Group. Der Zinsnachteil des Frankens zum Euro sei "materiell". Ferner erwarte man eine positive Wirtschaftsdynamik in der Eurozone.
Die Erste Group sieht den Eurokurs bis Ende des ersten Quartals 2026 auf 0,94 CHF und bis Ende des zweiten Quartals auf 0,95 CHF steigen. Für die hinteren zwei Quartale prognostiziert sie Kurstabilität bei 0,95.
Die UBS holt für ihre EUR/CHF-Prognose die Europäische Zentralbank (EZB) mit ins Boot. Die EZB habe gesagt, die Zinsen stabil halten zu wollen. Das sei "Musik in den Ohren" der Schweizerischen Nationalbank (SNB).
Die höheren Euro-Zinsen dürften daher einen Anstieg des EUR/CHF-Kurses auf 0,94 veranlassen, argumentiert die größte Bank der Schweiz. Ein weiterer Faktor, der den Schweizer Franken tendenziell schwäche, seien die Verhandlungen über eine Beendigung des Kriegs in der Ukraine.
Quellen:
🔗 Währungsbulletin Januar 2026, Deutsche Bank
