EUR/CHF-Entwicklung: Das ist die neue Konstellation
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EUR/CHF-Entwicklung: Das ist die neue Konstellation

Der durch die tiefe Teuerung in der Schweiz hervorgerufene steile Anstieg bringt den EUR/CHF-Kurs aus der Balance. Geht der Gemeinschaftswährung die Puste aus? Die 20-Tage-Linie bietet gute Orientierung.

Was bisher passierte:

Nach dem Absturz auf 0,9250 Ende 2023 geht die Gemeinschaftswährung 2024 auf Anstiegskurs zum Schweizer Franken. In der ersten Phase wird die Marke bei 0,95 angekratzt.

Bei diesem Anstieg werden Abwärtstrendlinie und 20-Tage-Linie klar durchbrochen, was eine Trendumkehr (Reversal) hin zu höheren EUR/CHF-Kursen anzeigt.

Auf die obligatorische Gegenbewegung mit dem Antesten des Tief des Abwärtstrends (es geht auf 0,9315 runter, wodurch ein Höheres Tief, HT, gebildet wird) folgt die zweite Anstiegsphase.

Der Eurokurs klettert im Lichte der tiefen Teuerung kurz auf 0,9515 CHF (2-Monatshoch) und übertrifft damit das Hoch der ersten Anstiegsphase. Anschließend gibt er die Marke fünf Rappen unter Parität wieder preis.

Es steht Spitz auf Knopf

Die Trendumkehr (Reversal) ist abgeschlossen. Der EUR/CHF-Kurs ist von einem Abwärtstrend in eine leicht ansteigende Trading Range konvertiert (kein Aufwärtstrend).

Ein solches Reversal ist die häufigste Variante. Reversals, bei denen eine Abwärtstrend in einen Aufwärtstrend umgekehrt werden, sind selten.

Die zwei Anstiegsphasen bereiten den Euro-Käufern, die eine Kurssteigerung auf 0,9670 CHF sehen wollen (siehe Link unten), Bauchschmerzen. Denn so sieht eine klassische bärische Flagge aus, die eine Wiederbelebung des Abwärtstrends anzeigt.

Daily Chart Euro CHF Kurs mit bärischer Wedge Flagge

Ob es zu einer dritten Anstiegsphase mit Kursen deutlich über 0,9515 kommt, kann aktuell zwar nicht prognostiziert werden.

Nur so viel lässt sich sagen: Drei Anstiegsphasen wären eine bärische Wedge-Flagge. Und auch diese Formation würde eine Fortsetzung des Abwärtstrends anzeigen.

Einige Devisenhändler sind der Meinung, dass das Wedge, das einen Rückgang unter 0,9250 im 2. Quartal 2024 anzeigt, bereits da ist. Sie zählen das Hoch von Mitte Dezember 2023 bei 0,9450 als erste Anstiegsphase.

Ausblick

Der Eurokurs ist aktuell dabei seine Chance, auf 0,97 CHF zu steigen, zu verspielen. Zwar gab in den letzten Wochen zwei gute Anstiegsphasen. Der Euro gewann zehn starke, weiße Tageskerzen gewinnen.

Allerdings war die Hälfte dieser Trendkerzen eingebettet in viel Überlapp mit ihren benachbarten Kerzen. Das ist ein Indiz dafür, dass es den Euro-Käufern an Durchsetzungskraft fehlt.

Gute Orientierung finden EUR/CHF-Beobachter aktuell an der 20-Tage-Linie (20 EMA). Solange der Wechselkurs darüber notiert, ist es zu früh Euro-Bestände abzustoßen, als ein Anstieg auf knapp 0,97 möglich bleibt.

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