Kaufkraft des Euro sinkt unaufhörlich: Das ist der Grund
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Kaufkraft des Euro sinkt unaufhörlich: Das ist der Grund

Deutsche und Österreicher werden noch mehr Kaufkraft verlieren und für ihre Euro im Portemonnaie immer weniger bekommen. Die Kaufkraft der Schweizer wird hingegen weiter steigen. Mit etwas Glück schafft es der Euro für einige Wochen zurück über 1 Franken, ehe die nächste Abwertungswelle auf ihn zurollt.

Ohne Euro aus der EZB-Notenpresse wäre der Währungsraum bereits kaputt. Das weiß man natürlich auch in Frankfurt, und so versucht man die Quadratur des Kreises. Trotz Leitzinserhöhungen sollen Staatsanleihen-Käufe, allen voran italienischer Schuldscheine, weiterhin möglich sein.

Man dürfe sich nicht von "kurzlebigen Entwicklungen an den Finanzmärkten treiben lassen", warnt Bundesbankchef Nagel. Er geht damit auf Konfrontationskurs zu EZB-Chefin Lagarde. Die hält an dem von ihrem Vorgänger eingeführten Prinzip, Notenpressengeld statt wirtschaftliche Reformen, mit eiserner Faust fest.

Gehüpft wie gesprungen

Wird das neue Instrument zur Fortsetzung der Staatspapierkäufe hochverschuldeter Euro-Südländer vom EZB-Rat angenommen, kommt für einige Monate Beruhigung in den Währungsraum. Infolge könnte der Euro-Franken-Kurs im Spätsommer und Herbst wieder etwas über dem Gleichstand (Parität) notieren.

Mit dem Festhalten an Notenpressengeld statt wirtschaftliche Reformen werden die Probleme allerdings nicht kleiner, sondern größer. Es kommt zu einer Situation, in der die EZB parallel zu bescheidenen Leitzinserhöhungen Staatspapiere aus Italien und Griechenland kauft.

Eine Normalisierung der Geldpolitik findet damit nur auf dem Papier statt. Der Euro wird gegenüber dem Schweizer Franken einmal mehr abgestraft werden müssen.

Grafik Kaufkraftverlust Euro, Kaufkraftgewinn Schweizer Franken

"Der Euro stehe vor großen Problemen", sagt Neil Wilson, leitender Marktanalyst von Markets.com. Als die Inflation noch niedrig war, habe der EZB-Präsident Draghi die Nordländer dazu zwingen können, eine Umverteilung Richtung Süden durch Niedrigzinsen hinzunehmen.

Inzwischen knistert es im Gebälk. Die hohe Inflation verunsichert. Von einem "Schock der steigenden Lebenshaltungskosten" ist die Rede im letzten Euroraum-Einkaufsmanager-Report von S&P Global. Die deutschen Exportüberschüsse, die den Euro-Franken-Kurs in der ersten Jahreshälfte noch über der Parität hielten, haben sich in Luft aufgelöst.

Fazit

Es bleibt beim Status Quo: Der Euroraum wird mit EZB-Notenpressengeld zusammengehalten. Wenn Staaten ihre Zinsen runtermanipuliert bekommen, gibt es in der Politik keine Bereitschaft Reformen durchzuführen. Der Schlendrian ist mit einem weichem Euro und steigenden Kaufkraftverlusten zu bezahlen.