Der Ausblick für Franken-Kreditnehmer im November 2021
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Der Ausblick für Franken-Kreditnehmer im November 2021

Die Immobilienpreise in Österreich steigen zweistellig, der Euro-Franken-Kurs ist einstellig. Mit 1,05 Franken kostet die Gemeinschaftswährung so wenig wie zuletzt im Mai 2020. Damals zauberte die EU einen Aufbaufonds aus dem Ärmel. Der Euro war gerettet und kletterte auf 1,1150 Franken. Wie stehen die Chancen auf eine Erholung aktuell?

"Fremdwährungskredite sind ein hochspekulatives Finanzierungsprodukt, das einer Vielzahl kumulativ wirkender Risiken ausgesetzt ist", schreibt die Finanzmarktaufsicht (FMA) in ihrem 🔗neuesten Report. "

Franken-Kreditnehmer, die ihre Darlehen aussitzen, haben zwar einen dicken Wechselkursverlust. Dem steht aber ein deutlich gestiegener Wert der mit dem Franken-Kredit finanzierten Liegenschaft gegenüber. Die Immobilienpreise in Österreich steigen jedes Jahr um 10 Prozent und mehr.

Amerikaner beleihen in einer solchen Situation oft den gestiegenen Immobilienwert mit einer höheren Hypothek. Das Verhältnis Schulden zum Wert des Eigenheims bleibt gleich. Man hat aber frisches Geld für eine größere Anschaffung wie ein neues Auto.

Prognosen

Das konsequente Zu-Hoch-Prognostizieren der Großbanken steht vor einem Ende. Die erste Geldhäuser rücken von ihrer Nibelungentreue zum Euro ab. So setzte beispielsweise die Deutsche Bank ihr 6-Monats-Kursziel für die Euro-Franken-Rate von 1,10 auf 1,05 runter.

Im aktuellen Quartalsheft der Erste Group steht ein Kursziel von 1,12 für Ende 2021. Damit diese Prognose noch ins Schwarze trifft, müsste wohl der scheidende UBS-Präsident und Ex-Bundesbankchef Axel Weber neuer Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) werden und Amtsinhaberin Christine Lagarde zurücktreten. Obwohl es in Europa wahrscheinlich kaum jemanden gibt, der fachlich so viel von Geldpolitik versteht wie Weber, wird daraus aber nichts.

Die inzwischen um drei Prozent höhere Inflationsrate der Eurozone im Vergleich zur Schweiz gräbt dem Euro das Wasser ab. Im Frühjahr waren es ein Prozent. Kommt es zu einer Verkleinerung des Inflationsunterschieds, hätte der Euro Platz auf 1,07-1,08 Franken zu steigen.