Deutschland wählt: Happy End für den Euro-Franken-Kurs?
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Deutschland wählt: Happy End für den Euro-Franken-Kurs?

Deutschland hat eine Wirtschaftsleistung von 3,5 Billionen Euro. Die Eurozone als Ganzes 11,5 Billionen Euro. Das Ergebnis der Bundestagswahl ist daher von großer Bedeutung für den Devisenmarkt. Bereits am Wahlabend droht dem Euro-Franken-Kurs Zündstoff.

"Wir sehen nur dann ein bescheidenes Aufwärtspotenzial für EUR/CHF, wenn eine Regierung aus SPD, Grünen und FDP während der Koalitionsverhandlungen zu einer realen Möglichkeit wird", sagt die Credit Suisse.

Laut der letzten Umfrage vor der Wahl wird es ein sehr enges Ergebnis, aus dem sich ein bunter Strauß an Regierungskonstellationen ergibt. Aus der Sicht des Euro wäre es annehmbar, ginge die Große Koalition unter der Führung der CDU weiter.

Kreisdiagramm letzte Umfrage vor Bundestagswahl 2021

Signifikantes Aufwärtspotenzial für den Euro-Franken-Kurs ergäbe sich bei einer Mitte-Rechts-Koalition aus CDU und FDP.

Mindestkurs und Negativzinsen gab es in der Schweiz bereits 1978. Österreichs Banken hatten das außer Acht gelassen. Zur Freude ihrer Kunden versäumten sie in den Franken-Kreditverträgen zu regeln, auch für diesen Fall eine Marge zu kassieren.

Weiterlesen: Franken-Kredite: Drinbleiben wegen Nullzinsen

Als in Deutschland im Jahr 1982 auf die Mitte-Links-Regierung von SPD-Kanzler Schmidt eine CDU/FDP-Koalition folgte, wertete die Deutsche Mark zum Schweizer Franken spürbar auf. 2021 haben CDU und FDP jedoch keine Chancen auf eine Mehrheit.

Die Credit Suisse mit ihrer Regierung aus SPD, Grünen und FDP (Ampel) spekuliert offenbar, dass FDP-Chef Lindner Finanzminister wird. Er wäre für die Fans von Euro-Bonds in Paris und Rom eine sehr harte Nuss.

Lindner steht für mehr Eigeninitiative und Eigenverantwortung. Das dadurch resultierende Mehr an wirtschaftlichem Wettbewerb wird von Frankreich und Italien strikt abgelehnt. Umgekehrt würden Euro-Falken, wie der Chef der Österreichischen Nationalbank, EZB-Ratsmitglied Holzmann, Lindner begrüßen.

Die SPD wolle Euro-Bonds und eine europäische Haftungsunion. Millionen von deutschen Sparkonten würden dann für andere europäische Banken haften, zeigt sich Bayerns Ministerpräsident Söder alarmiert.

In die gleiche Kerbe schlägt die Credit Suisse. Sie warnt vor erheblichem Abwärtsgefahren für den EUR/CHF-Kurs, sollten SPD, Grüne und DDR-Postkommunisten eine Regierung bilden.

Fazit

  • Der Euro hätte die besten Aussichten sich gegenüber dem Schweizer Franken zu befestigen, sollte die CDU die stärkste Kraft bleiben.
  • Schlösse die FDP noch am Wahlabend eine Koalition mit SPD und Grünen aus und ginge die Reise Richtung Rot-Rot-Grün, dürfte der EUR/CHF-Kurs deutlich unter 1,08 absacken.