Schweizer Banken gehen mit dem Euro ins Gericht
Home » , , » Schweizer Banken gehen mit dem Euro ins Gericht

Schweizer Banken gehen mit dem Euro ins Gericht

Der fulminante Anstieg des Euro von 1,08 auf 1,1150 Franken drückt dem Kursverlauf in diesem Jahr seinen Stempel auf. Inzwischen ist der Enthusiasmus über das plötzliche Plus verflogen. Die neue Normalität ist 1,10.

"Alles in allem dürfte EUR/CHF in den nächsten Monaten leicht höher tendieren. Euphorie ist allerdings keine angesagt", sagt die Graubündner Kantonalbank voraus.

In der ersten Wochenhälfte kletterte der Euro von 1,0970 auf 1,1070 Franken recht steil nach oben. Er konnte sich jedoch weder befestigen noch nachlegen, und so notiert EUR/CHF aktuell knapp über 1,10.

Credit Suisse und Zürcher Kantonalbank sagen: Der EUR/CHF-Kurs hat mit seinem Anstieg auf 1,1150 am 4. März 2021 sein Aufwärtspotenzial noch nicht ausgeschöpft. Die beiden Geldhäuser rechnen mit 1,12.

Die UBS ist skeptischer. Laut der größten Bank der Schweiz ist für den Euro nicht mehr als 1,11 Franken drin. Die St.Galler Kantonalbank erwartet ein Rückfall auf 1,0750.

Der schmale Zins-Grat


"Für eine nachhaltige Abschwächung des CHF wird eine deutliche Ausdehnung der Zinsdifferenzen benötigt, was wir 2021 nicht erwarten", erläutert die Graubündner Kantonalbank.

Zwischen zu hohen und zu tiefen Zinsen liegt für den EUR/CHF-Kurs ein schmaler Grat:
  • Sind die Sätze wegen massiven Staatsanleihenkäufen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu niedrig, kommt der Euro nicht vom Fleck oder sinkt. Dies lässt sich aktuell beobachten. Die EZB kauft seit einigen Wochen noch mehr Staatsanleihen. EUR/CHF bewegt sich seitwärts und abwärts.

  • Sind die Zinsen zu hoch, werden die hohen Staatsschulden der Euroländer Italien, Spanien, Portugal und Griechenland untragbar. Nun ist der Schweizer Franken wegen seinen Qualitäten als Sicherer Hafen gefragt.