Eurozone schenkt Schweiz härteren Euro
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Eurozone schenkt Schweiz härteren Euro

Der Schweizer Franken ist seit dem Beginn des zweiten Quartals etwas stärker gefragt. Für die auf einen schwachen Franken hinarbeitende Schweizerische Nationalbank (SNB) ist das bisher aber kein Problem. Der EUR/CHF-Kurs notiert weiter über 1,10.

Die SNB-Währungshüter dürften die im März erfolgte Abwertung des Frankens auf ein 18-Monatstief zum Euro wohlwollend zur Kenntnis genommen haben, sagen die Devisenexperten der deutschen Postbank. Inzwischen ist die Frankenschwäche wieder etwas abgeklungen.

"Wir sehen für den EUR/CHF eine Bandbreite von 1,1050 und 1,1090", meint die Thurgauer Kantonalbank. Aktuell notiert der Währungskurs am unteren Ende dieser Spanne. Der Franken ist auf Distanz zu seinem 18-Monatstief bei 1,1150 per 1 Euro.

Das könnte sich bald ändern: "Hinkte die Wirtschaft Eurolands zuletzt noch deutlich der globalen Tendenz hinterher, so wurde im April eine Aufholjagd gestartet. Der Gesamtindex für Euroland klettert um stolze 8,1 Punkte und erreicht damit den höchsten Wert seit August 2018", berichten die sentix-Konjunkturforscher.

EUR/CHF-Ausblick


"Die technischen Indikatoren zeigen, solange wir oberhalb der 1,10-Marke bleiben, weiterhin nach oben", kommentiert die Schweizer Privatbank Maerki Baumann & Co.

Ein Lackmustest für den EUR/CHF-Kurs wäre eine Korrektur an den Börsen. Die Aktienkurse sind sehr stark gestiegen. Kommt es zu Gewinnmitnahmen zusammen mit einem deutlichen Rückgang der Risikobereitschaft würde das dem Franken in die Karten spielen.

Allerdings war bisher noch immer auf die Börsianer Verlass. Alsbald die Aktienkurse 3-5% fallen, wird massiv gekauft. Dadurch kann es nie zu einem Rückgang der Risikobereitschaft auf breiter Front kommen. Genau die bräuchte der Franken aber, um der seit Mitte Februar laufenden Aufwertung des Euro ein Ende zu setzen.