EUR/CHF: Was noch fehlt für einen echten Anstieg
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EUR/CHF: Was noch fehlt für einen echten Anstieg

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Marktbeobachter, die sich einen festeren Euro wünschen, enttäuscht. Das uneingeschränkte Festhalten an den Anleihenkäufen erstickt Anstiegsversuche des EUR/CHF-Kurses im Keim.

Der EZB-Rat habe nicht über die Rückführung der Käufe über das Corona-Programm (Pepp) gesprochen, sagte EZB-Chefin Christine Lagarde nach gestriger Sitzung.

Und so druckt die EZB jeden Monat weiterhin 100 Milliarden Euro aus dem Nichts und kauft damit Staatsanleihen. Sie verwässert damit den Außenwert der Gemeinschaftswährung am Devisenmarkt.

Die US-Notenbank (Fed) druckt 120 Milliarden Dollar pro Monat und finanziert damit die gewaltigen Defizite der Biden-Regierung. Die USA haben eine Wirtschaftsleistung von 21 Billionen Dollar.

Die Wirtschaftsleistung der Eurozone liegt bei 13 Billionen Dollar. Die Europäer drucken also in Dollar gerechnet genauso viel wie die Amerikaner, obwohl ihre Wirtschaftsleistung ein Drittel geringer ist.

Aus der Sicht des Euro ist daher verständlich, dass er darauf wartet, bis sich die gemäßigten Kräfte im EZB-Rat durchsetzen und die heißgelaufene Euro-Notenpresse beginnen runterzukühlen.

Vor dem Ausbruch der dritten Corona-Welle hatte es danach ausgesehen, als ob der Exit nach Ostern beginnen könnte. Der Euro-Franken-Kurs kletterte dann auf ein 18-Monatshoch bei 1,1150. Inzwischen hat sich das Blatt wieder gewendet.

"Pepp hat die EZB noch viel näher in Richtung der verbotenen monetären Staatsfinanzierung gerückt (...) Die EZB muss langsam eine glaubwürdige Perspektive für den Pepp-Exit entwickeln", sagt Friedrich Heinemann vom ZEW-Institut.

Bundesbank und OeNB noch im Winterschlaf


Wer einen höheren Euro-Franken-Kurs haben möchte, hofft darauf, dass Lagarde das Thema Auslaufen der Pepp-Käufe bei der nächsten Sitzung im Juni auf der Tagesordnung zulässt.

Der Euro-Franken-Kurs könnte schon früher steigen, alsbald die Diskussion über den Pepp-Ausstieg an Fahrt aufnimmt.

Der niederländische Notenbankchef Knot hatte unlängst davon gesprochen, dass die EZB im Falle einer robusten Konjunkturerholung das Ende der Pepp-Käufe einleiten könnte.

Nun sind die im EZB-Rat sitzenden Vertreter der Deutschen Bundesbank und der Österreichischen Nationalbank gefragt. Bisher schweigen die Herren Weidmann und Holzmann zu dem Thema.