Zur Lage von Franken-Kreditnehmern im September 2020
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Zur Lage von Franken-Kreditnehmern im September 2020

Betroffene Franken-Kreditnehmer in Österreich atmen auf. Der Euro steigt Anfang September 2020 auf ein 3-Monatshoch bei 1,0880 Franken. Vorbei die Zeit, als von der Corona-Pandemie verursachte Erschütterungen der Finanzmärkte den Franken stärkten. Erste, Raiffeisen und UBS machen CHF-Schuldnern Mut. Die fühlen sich unweigerlich an die Versprechen der Finanzberater bei Kreditaufnahme erinnert.

Bis 2008 war Österreich europäischer Spitzenreiter bei der Vergabe von Schweizer-Franken-Krediten. "Jedem vernünftigen Banker war klar, dass das mittelfristig nicht gut gehen würde. Aber jeder sagte: Ich muss diese Kredite vergeben, sonst geht der Kunde zur Konkurrenz", erinnerte der frühere Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Ewald Nowotny.

Der Rest ist schnell erzählt: Der Euro fällt während Finanzkrise und Euro-Schuldenkrise wie ein Stein. Gibt es im Herbst 2007 für 1 Euro noch 1,68 Franken, sind es siebeneinhalb Jahre später weniger als 1 Franken. 2015-2018 erholte sich der Euro dann. Er stieg sogar kurz auf 1,20 Franken zurück. Die Eurozone hat beim Wachstum und der Beschäftigung respektable Resultate vorzuweisen. Von einer Euro-Euphorie, wie zwischen 2002 und 2007, kann aber keine Rede sein.

"Für die nächsten zwölf Monate gehen wir von einem Kurs von 1,10 Franken aus", sagt der UBS-Devisenexperte Thomas Flury dem Schweizer Börsenportal cash.ch. Das letzte Mal wurde diese Marke im Dezember 2019 erreicht. Seinerzeit lief die Notenpresse der Europäischen Zentralbank (EZB) auf Sparflamme. Lediglich 20 Milliarden Euro pumpten die Währungshüter per Staatsanleihen-Käufen in die Märkte.

Aktuell ist es ein Vielfaches. Die Notenpresse der EZB ist eine sehr wichtige, wenn nicht sogar die wichtigste Einflussgröße, auf den Euro-Franken-Kurs. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) kapitulierte Anfang 2015 vor dieser gigantischen Maschine, die unbegrenzt Euros aus dem Nichts schaffen kann. Der Euro sackte dramatisch ab. Nach der Aufhebung des Mindestkurses purzelte er in wenigen Stunden von 1,20 auf 0,86 Franken.

Ins Blaue hinein


Dank der EZB, ihrer Notenpresse, Whatever-it-Takes etc. gibt es keine Finanzkrisen mehr. Darüber hinaus vereinbarten die Euroländer vor kurzem per Aufbaufonds fiskalisch enger zusammenzurücken. Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz spricht in diesem Zusammenhang von der größten Veränderung seit der Einführung des Euro.

Bisher war weder das Abstellen von Banken- und Staatsschuldenkrise mittels EZB-Notenpresse noch der Aufbaufonds in der Lage, den Euro-Franken-Kurs nachhaltig hochzubekommen. Das ist ein klares Indiz dafür, dass der währungsspezifische Kollateralschaden, den erst Herr Draghi und nun Frau Lagarde mit dem permanenten Kurbeln an der Notenpresse verursachen, sehr hoch ist.

Angesichts rosiger EUR/CHF-Ausblicke laufen Franken-Kreditnehmer Gefahr erneut in die Falle zu tappen. Als sie ihre Kredite aufnahmen, prognostizierten Finanzberater ins Blaue hinein einen stabilen Euro-Franken-Kurs um 1,50. Dann lockten sie Bankkunden mit niedrigen CHF-Zinsen in einen Franken-Kredit. Heute prognostizieren Erste Group und Raiffeisen und viele andere Banken wieder einen stabilen Euro-Franken-Kurs.

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