Begrenzungsinitiative: Wie gefährlich ist sie für EUR/CHF?
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Begrenzungsinitiative: Wie gefährlich ist sie für EUR/CHF?

Platzt in zwei Wochen der Knoten beim Euro-Franken-Kurs? Anfang 2014 nahm die Schweiz die Masseneinwanderungsinitiative an. Das war seinerzeit eine große Überraschung. Nun kommt es zum Nachspiel. Am 27. September 2020 stimmt die Schweiz über die Volksinitiative "Für eine maßvolle Zuwanderung" (Begrenzungsinitiative) ab.

Der Devisenmarkt hat ein Elefantengedächtnis: Am 9. Februar 2014 ging das Schweizer Stimmvolk mit der Volksinitiative "Gegen Masseneinwanderung" auf Konfrontationskurs mit der EU. Es ist die Mindestkurs-Zeit. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält den Euro über 1,20 Franken.

Entgegen den Vorhersage der Experten schnitt sich die Schweiz nicht ins eigene Fleisch. Der Franken wurde, trotz Abschottung und potenziell weniger ausländischen Arbeitnehmer und damit weniger Potenzialwachstum, stärker. Der Euro fiel in den Wochen nach der Abstimmung von 1,2250 auf 1,21 Franken.

Den Demoskopen zufolge wird die Begrenzungsinitiative am 27. September 2020 abgelehnt. Das wäre eine Steilvorlage für den Schweizer Franken auf 1,07 oder 1,06 per 1 Euro zuzulegen. Umgekehrt gilt: Sollte sie angenommen werden, dürfte das den Schweizer Franken, anders als 2014, schwächen.

Wechselkurssysteme am Devisenmarkt: Freies Floating, Schmutziges Floating, Currency Board

Dieses Mal ist die Ausgangslage eine andere. Vor sechs Jahren wurde der Euro-Franken-Kurs per "schmutzigem Floating" hochgehalten. Ohne die Hilfe der SNB wäre der Euro seinerzeit nur etwa 1,10 Franken wert. Die überraschende Annahme der Masseneinwanderungsinitiative hätte einen Euro-Franken-Kurs im "Freien Floating" ganz sicher etwas Auftrieb gegeben.

EUR/CHF-Ausblick:
  • Nimmt das Stimmvolk die zweite Novelle zur Begrenzung der Zuwanderung an, hätte der Eurokurs Platz auf 1,09-1,10 Franken zu steigen.
  • Behalten die Demoskopen recht, wäre ein großer Unsicherheitsfaktor vom Tisch. Die Frankenstärke hätte mehr Raum sich zu entfalten. Der Franken wäre imstande aus der Trading-Range auszubrechen und Richtung 1,05 per 1 Euro zu fallen.

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