Schweiz im Bitcoin-Fieber – Zweifel am Franken
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Schweiz im Bitcoin-Fieber – Zweifel am Franken

Die Schweier haben doch ihren Franken – warum also ist der Bitcoin gerade hier so beliebt? Dass man ein Nebenbuhler der offiziellen Landeswährung akzeptiert, ist bemerkenswert. Sich den Konstruktionsmängel des Euro bewusst, ist der Bitcoin in den Amtstuben von Euroländern wie Deutschland und Österreich als Zahlungsmittel strikt verboten. In der Schweiz lässt sich die Steuer hingegen auch in Bitcoin begleichen.

Im Gegensatz zu den Papiergeldwährungen hat der Bitcoin eine Limitierung. Mehr als 21 Millionen Bitcoin können aufgrund des Programmcodes nicht existieren. Euro, Franken und Dollar lassen sich hingegen unbegrenzt herstellen. Der frühere Chef der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hat gerade präsentiert, wie er sich das vorstellt:

Die Geldpolitik soll zunächst mit der Fiskalpolitik vereinigt werden. In einem zweiten Schritt wird den Bürgerinnen und Bürgern dann Geld direkt zugeteilt. Die Europäische Zentralbank (EZB) solle mit einem Gratisgeld für EU-Bürger eine Vorreiterrolle einnehmen, fordert Philipp Hildebrand, inzwischen Vizepräsident des Vermögensverwalter Blackrock. Die aktuelle EZB-Chefin und frühere Finanzministerin Christine Lagarde sei genau die Richtige dafür.

In den USA wurde ein solches Gratisgeld verteilt, um den Corona-Konjunkturschock abzufedern. Viele Amerikanerinnen und Amerikaner brauchten die zusätzlichen Dollar nicht, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Sie steckten das staatliche Gratisgeld über Broker wie Robinhood in den Aktienmarkt.

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Bitcoin-Menge schrumpft


Der Bitcoin setze dem weltweiten Gelddrucken der Zentralbanken (Quantitative Easening) ein Quantitative Hardening entgegen. Er biete dadurch "eine echte Alternative zu den inflationierten Fiat-Währungen wie Euro oder Dollar", schreibt der Experte Gerd Weger auf "boerse-online.de". Wegen dem Verlust von Private Keys sei die Anzahl der Bitcoins sogar am schrumpfen.

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Die Schweiz muss jedesmal mitmachen, wenn die EZB noch mehr Euros druckt. Ließe die SNB ihre Notenpresse erkalten, käme es unverzüglich zu einer scharfen Aufwertung des Frankens. Die würde die Exporteure in eine tiefe Krise stürzen. Viele Jobs gingen unwiderruflich verloren.

Der Franken büßt wegen der Nachahmerrolle der SNB an Stellenwert ein. Sein Nimbus als Sicheren Hafen unter den Papiergeldwährungen dürfte er aber nicht verlieren. Als Wertspeicher ist der Schweizer Franken bereits wegen dem tiefen SNB-Negativins ungeeignet.

Das Preissteigerungspotenzial des Bitcoins könnte hingegen wegen dem Verschmelzen von Geld- und Fiskalpolitik sowie sinkenden Bitcoin Stückzahlen sehr viel größer sein als bisher angenommen. Wer ein Millioneneinkommen in der Schweiz zu versteuern hat, der könnte seine Steuerschuld künftig mit lediglich einem Bitcoin begleichen.
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