Franken-Lawine bedroht sichere Schweiz
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Franken-Lawine bedroht sichere Schweiz

Der Schweizer Franken steht wie ein Fels in der Brandung. Er lässt seine großen Brüder, Euro und US-Dollar, alt aussehen. Die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank unter Zuhilfenahme der Notenpresse und Inflationsgefahren geraten da leicht in Vergessenheit. Auch das Schweizer Finanzsystem knistert im Gebälk, und so steigen die Goldpreise mit 1708 Franken je Feinunze bzw. 55 Franken pro Gramm auf Allzeithochs.

Seit der Weltfinanzkrise hat der Schweizer Franken gegenüber dem Euro 32,5% aufgewertet und gegenüber dem US-Dollar 10,5%. Der Euro-Franken-Kurs sank in den letzten zwölf Jahren von 1,60 auf 1,08. Der Dollar-Franken-Kurs purzelte von 1,05 auf 0,94. Aus der Sicht der Schweizerinnen und Schweizer hat der Franken somit gut funktioniert. Die Kaufkraft gegenüber dem Ausland hat sich erhöht.

Im Frühjahr 2009 begann die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit Interventionen am Devisenmarkt. Seinerzeit ging es darum, den Eurokurs über 1,50 Franken zu halten. Die SNB sollte von den Markteingriffen nie wieder loskommen. Auch 2020 druckt die SNB Franken, tauscht sie in Euro oder Dollar, und kauft damit Aktien und Staatsanleihen. Dadurch hat sich die SNB-Bilanzsumme auf 850 Milliarden Franken aufgebläht.

Diagramme Goldpreisentwicklung in CHF und Euro, EUR/CHF-Kurs, USD/CHF-Kurs 2007-2020

Mit dem tiefstem Negativzins auf der ganzen Welt heizt SNB-Präsident Thomas Jordan die Goldpreisentwicklung in Franken weiter an. Der Zins auf zehnjährige Schweizer Bundesobligationen ist seit über fünf Jahren im Sub-Zero-Bereich. Ein Anleger, der für eine Million Franken eidgenössische Staatsanleihen kauft, erhält 995'000 Franken zurück. Ein Verlustgeschäft.

Die Zeiten, als es positive Zinsen auf Anleihen gab, sind vorbei. Wer heute eine Staatsanleihe kauft, ist genauso einseitig auf Kursgewinne angewiesen wie ein Gold-Anleger. Und dann wäre da noch die Inflation. Sie bestraft Anleihen-Käufer und belohnt Gold-Anhänger. SNB-Chef Jordan sprach mit Blick auf die Geldentwertung gerade eine Warnung aus:

"Längerfristig könnte die Inflation aufgrund der global zunehmenden Staatsschulden wieder steigen."

Jordan sieht eine Herausforderung darin bei einer steigenden Inflation die Geldpolitik zu normalisieren, sprich: Die Finger von der Notenpresse zu lassen. Das spricht für eine Fortsetzung der Gold-Rallye: Die Goldpreisentwicklung ist auf Kurs noch in diesem Jahr auf 2000 Franken je Feinunze bzw. 64 Franken je Gramm zu steigen.

Inflation treibt Gold


Im Zweifel werden SNB, EZB, Fed und Co. die Geldschleusen trotz Inflationsanstieg weit offen lassen. Es gilt einen Konjunkturabschwung und weitere Rezessionen zu verhindern. Man wird also die Inflation hochlassen und dann sagen. "Von 2015-2020 hatten wir eine sehr tiefe Inflation bei 1%. Nun gehen wird auf 3-4%. Im 10-Jahresdurchschnitt kommen wir so 2%."

In der Fachsprache nennt man das symmetrisches Inflationsziel. Die EZB liebäugelt damit. In den USA und dem Vereinigten Königreich, wo man Geldentwertung generöser handhabt, gibt es diese Symmetrie längst. Die Schweizerische Nationalbank dürfte daher früher oder später sagen: "Wenn alle ein symmetrisches Inflationsziel haben, dann machen wir eben auch eines." Der Goldpreis in CHF wird dann weiter steigen.

Bei dem Verhältnis Notenbankbilanzsumme zu Wirtschaftsleistung ist die Schweiz einsamer Spitzenreiter. Auch das spricht für immer neue Allzeithochs von Gold. Die SNB-Bilanzsumme entspricht 130% des Schweizer Bruttoinlandsproduktes (BIP). In der Eurozone liegt diese Relation bei 55%, in den USA bei 35%.

Fazit und Ausblick

Die Schweiz hat mit dem Franken seit Jahrzehnten die härteste Währung der Welt. Weil die Schweizerische Nationalbank eine mindestens ebenso aggressive Geldpolitik über die Notenpresse betreibt wie die anderen Notenbanken, kann der Schweizer Franken gegenüber Gold nicht bestehen. Die Geldschleusen bleiben auch bei einem Inflationsanstieg offen. Dadurch wird der Schweizer Franken gegenüber Gold weiter abgewertet.

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Gold Entwicklung 2020 / Goldpreis Prognose 2021-2030