Der längerfristige EUR/USD-Ausblick 2022
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Der längerfristige EUR/USD-Ausblick 2022

Der Euro stieg von Anfang 2000 bis Mitte 2008 von 0,88 auf 1,60 US-Dollar. Es folgte ein Rückfall auf 1,03 bis Ende 2016 sowie ein plötzlicher Anstieg auf 1,25 bis Anfang 2018. Der Euro konnte sich nicht befestigen, und so notiert der EUR/USD-Wechselkurs Mitte 2020 bei 1,12. Steigt der Euro erneut über 1,20? Oder muss man mit einem Absinken auf ein Austauschverhältnis von 1 Euro = 1 Dollar (Parität) rechnen?

"Der Dollar bleibt überteuert und steuert auf eine Preisblase zu", sagt US-Börsenlegende Jim Rogers. Langfristig werde der Dollar aber an Wert verlieren. Denn die USA seien der größte Kreditnehmer der Welt und müssten ihre Schulden zurückzahlen, in dem sie noch mehr Geld drucken. Das Problem mit der Dollarkurs Prognose vom Jim Rogers: Sie ist auf der Zeitachse offen.

Die Commerzbank ist präziser: Sie sagt ein Euro-Anstieg auf 1,18 Dollar bis September 2021 voraus. "Der hoch bewertete Dollar ist nach dem weitgehenden Verlust seines Zinsvorteils am kurzen Ende anfällig. EUR-USD dürfte mittelfristig zulegen", begründet das Geldhaus. "Kurzfristige Rücksetzer sind zwar möglich, mittelfristig dürfte der Euro-Dollar-Kurs aber weiter in Richtung 1,20 steigen", meint die Landesbank Hessen-Thüringen.

Linienchart Euro-Dollar-Kurs 2002-2020 mit extrapolierter Wechselkursprognose bis 2022

Die Paritäts-Prognostiker verweisen auf eine stärker aufgeblähte Notenbankbilanzsumme in Euroland. Die EZB-Bilanzsumme liegt bei sechs Billionen Euro (Tendenz: Weiter steil steigend). Das sind 45% der Wirtschaftsleistung aller Euroländer. Die Bilanzsumme der US-Notenbank (Fed) marschiert auf sieben Billionen US-Dollar zu. Weil die US-Wirtschaftsleistung acht Billionen Dollar höher ist, liegt das Verhältnis hier bei 35%.

Tatsächlich muss man das Risikoa eines Rückfalls auf 1 Euro = 1 US-Dollar höher einschätzen als 50 Prozent. Hintergrund ist ein seit über einer Dekade andauernder Abwärtstrend. Er zieht unvermindert seine Bahnen. Extrapoliert man das Tempo der Talfahrt von 2008 bis 2020, wird es die Parität zwar nicht 2021 geben. Dafür aber 2022.

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