Merkel verhindert zweite EUR/CHF-Blase
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Merkel verhindert zweite EUR/CHF-Blase

Der Euro f├Ąllt gegen├╝ber dem Schweizer Franken nach der Absage Angela Merkels zu Eurobonds auf den tiefsten Stand seit f├╝nf Jahren. Der Wechselkurs purzelt auf 1,0502. Einen Silberstreif am Horizont ist nicht in Sicht. Der Euro ist in einem Teufelskreis.

Gro├čbanken aus dem angels├Ąchsischen Raum und Verm├Âgensverwalter haben neben Frankreich, Italien und Spanien vehement Staatsanleihen mit gemeinschaftlicher Haftung gefordert. Ihnen gibt die deutsche Kanzlerin einen Korb.

Aus der Sicht der Bef├╝rworter sind Eurobonds erforderlich, damit ein Ruck durch die Eurozone geht. 2015 begann das letzte Mal ein solcher Ruck. Damals brach die Europ├Ąische Zentralbank (EZB) ein Tabu. Sie stieg in den gro├čangelegten Ankauf von Staatsanleihen (QE) ein.

Bei Schicksalswahlen im Fr├╝hjahr 2017 in den Niederlanden und Frankreich zogen die Euro-Gegner den K├╝rzeren. Anschlie├čend beschleunigte die Konjunktur mit QE im R├╝cken merklich. Der Euro-Franken-Kurs stieg zwischen April und Dezember 2017 von 1,07 auf 1,17.

Ein gro├čer Teil des letzen Aufschwungs wurde mit Asset-Preis-Inflation erschummelt. Geldmenschen aus London und New York sowie die Politiker aus dem S├╝den der Eurozone haben mit Eurobonds auf eine Wiederholung gesetzt. Daraus wird nichts.

"Deutschland wird sich an solidarischen Antworten beteiligen - ├╝ber das hinaus, was wir jetzt schon mit den 500 Milliarden Euro haben." Nur werde dies nicht ├╝ber den Weg der auch von Frankreich immer wieder geforderten Eurobonds gehen, sagt Merkel.

Teufelskreis


Der Euro stieg bis April 2018 auf 1,20 Franken. Die Finanz-Community glaubte den heiligen Gral gefunden zu haben: Steigende Kurse von Aktien, Anleihen und Immobilien zusammen mit Geld aus der Notenpresse. Diese Kombinationen macht gegen alle Probleme immun und liefert ununterbrochenes Wirtschaftswachstum, so der Irrglaube.

Einige Devisenexperten gerieten seinerzeit in einen Rausch und prognostizierten einen Anstieg des Euros auf 1,30 Franken. Daraus wurde nichts. Dem auf einer radikal anmutenden EZB-Geldpolitik aufgebaute Billiggeld-Konjunkturaufschwung ging die Luft aus.

Die bis heute andauernde Talfahrt des Euro-Franken-Kurses beginnt. Die Eurozone ist bei s├Ąmtlichen Wirtschaftsdaten (Wettbewerbsf├Ąhigkeit, Innovationskraft, Staatsschulden, Arbeitslosen uvm.) der Schweiz haushoch unterlegen.

Keinerlei Aussicht, dass sich die Kluft verkleinert. Der ESM-Rettungsschirm wird in den Euro-S├╝dstaaten verteufelt. Wenn nicht gerade Corona-Pandemie ist, ist Geld aus dem ESM an Reformen gekn├╝pft. Ein absolutes No-Go f├╝r die kurzsichtig agierenden Politiker dieser Zeit. Sie stellen ihr pers├Ânliches Ego stets ├╝ber die langfristigen Interessen ihrer L├Ąnder.

Es sind aber genau diese Reformen, die die Eurozone braucht, um den Abstand zur Schweiz zu verkleinern. Der Eurokurs w├╝rde sich aus dem Tal der Tr├Ąnen befreien und mehrere Jahre am St├╝ck treppenf├Ârmig gegen├╝ber dem Schweizer Franken steigen.

Bisher hat die Eurozone allerdings nur zwei Reform-Champions hervorgebracht: 1) Deutschland mit seinen Arbeitsmarkt-Reformen unter der Schr├Âder-Kanzlerschaft. 2) Irland w├Ąhrend der Finanzkrise 2008/09. Es waren Zeiten, als die EZB keine Staatsanleihen kaufte.