5-Jahrestief beim EUR/CHF kommt selten allein
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5-Jahrestief beim EUR/CHF kommt selten allein

Es gibt erste Tendenzen einer Stabilisierung des Euros gegenüber dem Schweizer Franken. Die Nachfrage nach Sicheren Häfen ist hysterisch. Anleger werden sich ans Virus gewöhnen müssen. Weil der Öl-Crash kein europäisches Risiko ist, wird er den EUR/CHF-Kurs nicht permanent runterdrücken.

Der Eurokurs purzelte am 9. März 2020 auf 1,0540 Franken. Für den Euro gab es damit so wenig wie das letzte Mal im Juli 2015. In der Natur des Devisenmarktes liegt es, dass Mehrjahrestiefs selten allein kommen. Man muss daher mit einem erneuten Test des Tiefs rechnen.

Besteht der Euro diesen Test, in dem er irgendwo zwischen 1,0530 und 1,0560 anhält nach oben zurückprallt, würde sich seine Lage merklich aufhellen.

Bevor das Virus die Finanzmärkte befiel, hatte der Konjunkturverlauf in der Eurozone ziemlich viel Rückenwind. Die Chancen stehen gar nicht so schlecht, dass diese Konjunkturdynamik wieder zurückkehrt.

Und dann käme es zu einem Kursfeuerwerk an den Aktienmärkten. Der Euro-Franken-Kurs könnte sich diesem nicht entziehen und würde ebenfalls einen Satz nach oben machen.

EUR/CHF-Kerzenchart der Talfahrt von Dezember 2019 bis März 2020 mit 5-Jahrestief bei 1,0540

Der Ă–l-Crash hat die Bildung des 5-Jahrestiefs beim Euro-Franken-Kurs erleichtert. Der Schweizer Franken habe im Lichte des 30-prozentigen Ă–lpreis-Absturzes zugelegt, heiĂźt es in einer Reuters-Meldung.

Der tiefe Ölpreis ist ein Problem für Russland, Saudi-Arabien und für die US-Schieferölproduzenten. Auch wirtschaftlich schwache Förderländer wie der Iran, Venezuela und Libyen trifft es hart.

Für Europa ist der Ölpreis-Crash nicht gravierend. Die Förderländer können zwar aufgrund klammeren Finanzen weniger Industriegüter aus Deutschland und anderen Euroländern kaufen. Europäische Verbraucher haben aber wegen sinkenden Energiekosten mehr Geld in der Tasche.

EUR/CHF-Ausblick:
Der Euro wird in dieser oder der nächsten Woche noch einmal deutlich unter 1,06 Franken rutschen. Danach könnte die seit Anfang Dezember 2019 währende Talfahrt beendet werden. Ein Anstieg des Euros auf 1,08 Franken wäre sehr gut möglich.