Kratzt der Euro die Kurve bei 1,06 Franken?
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Kratzt der Euro die Kurve bei 1,06 Franken?

Weil die Eurozone das stärkste Wachstum seit einem halben Jahr verzeichnet, entspannt sich die Lage für den Euro. Er legt um um ein Cent gegenüber dem US-Dollar zu. Der Euro-Franken-Kurs stabilisiert sich bei 1,06, anstatt auf 1,05 zu sinken.

"Eurozone im Februar trotz Virus-Epidemie mit stärkstem Wachstum seit sechs Monaten", heißt es im Einkaufsmanager-Bericht von IHS Markit. Mit 51,6 Punkten liegt der Einkaufsmanager-Index (PMI) recht komfortabel über der Wachstumsschwelle bei 50 Zählern.

Die konjunkturelle Expansion in der Eurozone rührt von den Dienstleistern her. Hier klettert der PMI auf 52,8 Zähler. Der Index für das Verarbeitende Gewerbe schwächelt hingegen bei 49,1 Punkten.

Der Ausblick bleibe "jedoch höchst unsicher", kommentiert IHS Markit. Das dürfte mit der Grund dafür sein, warum der Euro-Franken-Kurs auf die guten Vorgaben nicht anbeißt und merklich steigt.

Ein weiterer Grund liegt in der sinkenden Risikobereitschaft. Die Aktienkurse haben in den zwei letzten Handelstagen recht deutlich nachgegeben. Die Gefahr einer Korrektur um 5% bis 10% steht im Raum. Anleger würden dann den Franken kaufen, um ihre Portfolios zu stabilisieren.

Deutsche und US-Staatsanleihen sind gut gefragt. Infolge sinken ihre Renditen. Der Zins auf 10-jährige Bundesanleihen purzelt auf eine Tiefstmarke bei -0,44% – nach -0,17% zu Jahresbeginn. Der Zins auf 30-jährige US-Staatsanleihen fällt unter 1,9%. Ein Rekordtief.

Präsident Trumps oberster Wirtschaftsberater, Larry Kudlow, spricht von einem "Run in Sicherheit". Dies sei auch auf die Coronavirus-Pandemie zurückzuführen, sagt Kudlow im Interview mit CNBC. Dieser Run sei aber nur vorübergehend.

EUR/CHF-Ausblick


An dieser Stelle wird es interessant für den Euro-Franken-Kurs: Sollte Kudlow recht haben, würden die Zinsen auf Sichere-Häfen-Staatsanleihen und die Aktienkurse bald wieder steigen.

Zusammen mit der Wachstumsbeschleunigung in der Eurozone wäre es jetzt sehr gut möglich, dass der Euro-Franken-Kurs seine Talfahrt beendet. Wenigstens ein Drittel der Verluste würde der Euro wettmachen. Es käme zu einem Anstieg auf 1,0750 Franken.

Für dieses Szenario spricht das Verbleiben des Euros über der Unterstützungszone bei 1,0600-1,0620 Franken. Der Devisenmarkt schreckt bisher vor EUR/CHF-Kursen mit einer fünf als zweiter Nachkommastelle zurück.
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