Euro-Anstieg ist überfällig
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Euro-Anstieg ist überfällig

Die Talfahrt des Euros geht weiter, und so sinkt der EUR/CHF-Kurs auf eine neue Tiefstmarke bei 1,0694. In der Schweiz steigen die Geldmarktzinsen bisher schneller. Das dürfte sich nun ändern. Der Euro profitiert dann.

Obschon der Euro-Franken-Kurs aktuell auf den tiefsten Stand seit April 2017 ist, mehren sich die Anzeichen einer Erholung. Entsprechend gut stehen die Chancen einer Bodenbildung in den nächsten Tagen zwischen 1,06-1,07. Anschließend dürfte ein Anstieg auf mindestens 1,08 erfolgen.

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Erste-Group-Chef Treichl hat es vor kurzem in einem Interview mit CNBC schön veranschaulicht. Man sei in einer Welt, in der bereits sehr kleine Zinsdifferenzen einen "dramatischen Unterschied" ausmachten.

Vor diesem Hintergrund gilt es den Einfluss der Geldmarktsätze auf den EUR/CHF-Kurs zu analysieren. Anfang September 2019 liegt der CHF 3-Monats-Libor bei -0,86% und der 3-Monats-Euribor bei -0,44%.

Der Schweizer Satz ist um 0,42% negativer als sein Pendant aus der Eurozone. Das trägt mit dazu bei, dass sich der EUR/CHF-Kurs bei 1,08 befestigt und bis Ende Oktober 2019 auf 1,1050 steigt.

CHF 3-Monats-Libor und 3-Monats-Euribor Entwicklungen 2019/2020 im graphischen Vergleich

Aktuell ist der CHF 3-Monats-Libor bei -0,67% und der 3-Monats-Euribor bei -0,39%. Die Zinsdifferenz (Spread) beträgt 0,28%. Dadurch ist die Schweiz und der Franken für Anleger attraktiver als im September/Oktober 2019.

Der Spread zwischen CHF-Libor und Euribor ist momentan auf dem niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren. Insofern darf man sich über die jüngste Talfahrt des EUR/CHF-Kurses nicht wundern.

EUR/CHF-Ausblick


Derweil warnt die Europäische Zentralbank (EZB) Anleger, die ultralockere Geldpolitik für bare Münze zu nehmen. Hintergrund: Sie will nicht zu leicht ausrechenbar sein. Mit der Warnung sagt die EZB: "Wir können auch etwas anderes, als ständig die Zinsen zu senken und Notenpressen-Euros zu drucken."

Obschon die Spatzen von Dächern pfeifen: Die EZB ist in der Sackgasse. Großanleger (Pensionskasse, Versicherungsgesellschaften) müssen die Warnung ernst nehmen und eine leichte Straffung der EZB-Geldpolitik einpreisen.

Dies dürfte in den kommenden Wochen dazu beitragen, dass der Euribor steigt. Nun vergrößert sich die Zinsdifferenz zum CHF-Libor wieder. Die Eurozone wird für Anleger etwas attraktiver. Der EUR/CHF-Kurs bekommt dadurch Wind unter die Flügel.

Danach wird sich zum x-ten Mal herausstellen: Die EZB hat wieder einmal geflunkert. Eine Straffung der Geldpolitik kommt natürlich nicht. Der Anstieg des Euros ist vorbei. Es geht erneut bergab oder im besten Fall mehrere Monate seitwärts.
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