Der Schweizer Franken will es nochmal wissen
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Der Schweizer Franken will es nochmal wissen

Der Euro sinkt mit 1,0866 Franken auf den tiefsten Stand seit f├╝nf Wochen. Die negativeren Zinsen der Schweiz verlieren ihre Wirkung auf den Wechselkurs. Daher ist zu bef├╝rchten, dass der EUR/CHF-Kurs noch dieses Jahr unter 1,08 purzelt.

"Stellen Sie sich vor, was passieren w├╝rde, wenn wir nun den Zins anheben w├╝rden – zum Beispiel auf null. Das w├╝rde bedeuten, dass sich der Franken stark aufwerten w├╝rde", sagt der Chef der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, der Zeitung "Blick".

Der Franken wertet aktuell nicht stark, so wie von Jordan bef├╝rchtet, sondern schwach auf. Hintergrund ist die ausgezeichnet dastehende Schweizer Wirtschaft:
  • Der hiesige Aktienindex SMI ist auf Rekordhochs. Davon k├Ânnen B├Ârsianer in der Eurozone nur tr├Ąumen.
  • Der Schweizer Handelsbilanz├╝berschuss war im November 2019 gr├Â├čer als erwartet.
Die Zinsdifferenz ist nicht mehr so wichtig f├╝r die Bestimmung von Wechselkursen wie fr├╝her. Soll hei├čen: Die Schweiz hat zwar negativere Zinsen als die Eurozone. Das f├╝hrt aber nicht dazu, dass sich der Franken abschw├Ącht. Aktuell wird er sogar st├Ąrker.

Auf den Zinsunterschied zu schauen, um abzusch├Ątzen, in welche Richtung sich W├Ąhrungen bewegen, sei nicht mehr hilfreich, sagt David Bloom, Chef-Devisenstratege bei HSBC. Dauerhaft niedrige Zinsen h├Ątten das Verhalten von Anlegern ver├Ąndert/auf den Kopf gestellt.

Analyse Charttechnik EUR/CHF-Kurs mit 200-Tage-Linie

Bessere Orientierung liefert die 200-Tage-Linie. Solange der EUR/CHF-Kurs darunter ist, stehen die Zeichen auf Abw├Ąrtstrend. Im April/Mai 2019 konnte der Euro ├╝ber die 200-Tage-Linie steigen. Unerfahrende Charttechniker setzten das seinerzeit mit einem Kaufsignal gleich.

Sie hatten ├╝bersehen, dass die 200-Tage-Line weiter ein Gef├Ąlle aufwies. Das Kaufsignal f├╝r den Euro war nicht best├Ątigt. Und so kam, es wie es kommen musste: Der EUR/CHF-Kurs tauchte nach vier Wochen wieder unter die 200-Tage-Linie und setzte den Abw├Ąrtstrend fort.