Zinsfrühling 2020: So schafft es der Euro auf 1,15 Franken
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Zinsfrühling 2020: So schafft es der Euro auf 1,15 Franken

Für den Euro führen alle denkbaren Wege nach oben über die Bundesfinanzagentur in Frankfurt. Sie bringt die deutschen Staatsanleihen an den Mann bzw. die Frau. Im Fokus steht der Zins, zu dem die Papiere begeben werden. Je höher er ist, um so höher steht der Euro gegenüber dem Schweizer Franken im Kurs. Die Zinsentwicklung ist bereits am steigen. Sie wird aller Voraussicht nach 2020 weiter nach oben klettern.

"Das Wachstum der Eurozone wird sich voraussichtlich beschleunigen." Die Folge sei eine steilere Bund-Kurve (höheren Zins auf deutsche Staatsanleihen), was den Euro unterstütze, sagt Hans Redeker, Chef-Devisenstratege von Morgan Stanley. "Wir erwarten eine Erholung (des Wirtschaftswachstums in der Eurozone) in den nächsten ein bis zwei Jahren", meint auch EZB-Chefvolkswirt Philip Lane.

Der zehnjährige Bundesanleihe-Zins liegt aktuell bei -0,37%. Das ist zwar immer noch negativ. Ende August/Anfang September 2019 war er aber mit -0,71% noch tiefer im roten Bereich. Dies trug maßgeblich dazu bei, dass der Euro zeitgleich mit 1,0810 Franken auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren absackte. Umgekehrt kletterte der Euro im Mai 2018, bei einem Bundesanleihe-Zins von 0,55%, auf 1,20 Franken.


Die Qualitäten des Schweizer Franken als Sicherer Hafen dürften erst in der zweite Hälfte 2020 wieder gefragt sein. Im Lichte der US-Präsidentschaftswahlen Ende 2020 könnten Sichere Häfen wie der Schweizer Franken und der Japanische Yen wieder die Muskeln spielen lassen, warnt Morgan Stanley.

Man darf auch nicht vergessen: Bei einem Anspringen der Konjunktur in der Eurozone beschleunigt sich auch das Wachstum in der Schweiz. Dies, und der mehrjährige EUR/CHF-Ausblick, macht eine erneute Franken-Abschwächung auf 1,20 per 1 Euro recht unwahrscheinlich. Sollte das Wachstum aber tatsächlich in die Eurozone zurückkehren, wäre bis Ostern 2020 ein Eurokurs von 1,15 Franken schon drin.

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