EUR/CHF: Dickes Tagesplus macht Hoffnung auf mehr
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EUR/CHF: Dickes Tagesplus macht Hoffnung auf mehr

Am Devisenmarkt schl├Ągt der Euro Haken und ├ľsen, und so klettert der EUR/CHF-Kurs von 1,0850 auf 1,0950. Es ist einer der st├Ąrksten Tagesanstiege in diesem Jahr. Ursache ist eine neue Dynamik im Brexit-Prozess. Pl├Âtzlich scheint eine g├╝tliche Austrittsregelung zwischen Br├╝ssel und London wieder erreichbar. Die Charttechnik zaubert die n├Ąchste inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation aus dem ├ärmel. Sch├Âpft sie ihr Potenzial aus, steigt der Euro auf knapp 1,12 und erreicht die 200-Tage-Linie.

Schweizer Banken verzeichneten in den vergangenen Monaten einen regen Zustrom von Kundengeldern aus Gro├čbritannien, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. M├Âglicherweise haben die reichen Briten zu fr├╝h ihr Geld au├čer Landes geschafft. Es sind neue Treffen der Brexit-Verhandlungsteams geplant. In der Presse will man dem britischen Premier freilich keinen Erfolg g├Ânnen, als das die negative Berichterstattung der letzten Wochen untergraben w├╝rde. Einhelliger Tenor in den Zeitungen: Die EU werde Johnsons neuen Brexit-Vorschlag nach eingehender Pr├╝fung ablehnen.

Am Aktienmarkt ist der Wurm drin: Wegen zwei hohen Tagesverlusten in Folge bekommen Verm├Âgensverwalter kalte F├╝├če. Viele Fondsmanager hatten im letzten Jahr schlechter abgeschnitten als ihre Vergleichsindizes. Aus der Furcht selbiges passiert ihnen dieses Jahr wieder, k├Ânnten sie Gewinne mitnehmen und Gelder in den Schweizer Franken umschichten, um ihre Portfolios zu stabilisieren. Noch ist eine solche Bewegung aber nicht in Gang. Vielmehr geht man davon aus, dass die US-Notenbank (Fed) durch Leitzinssenkungen und sp├Ąter dann die Europ├Ąer, alle voran Deutschland, mit Konjunkturprogrammen auf Pump die Aktienkurse, und damit auch die f├╝r den EUR/CHF-Kurs so wichtige Risikobereitschaft, hoch halten werden.

W├Ąhrend die Eurozonen-Konjunktur ohne Silberstreif am Horizont vor sich hindarbt, kommt von der Charttechnik ein positives Signal f├╝r den Euro. Ursache ist das dicke Tagesplus. Damit gibt es nun eine weitere inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS). Beim letzten Mal klappte es zwar nicht. Dass muss aber nicht hei├čen, dass es der Euro auch dieses Mal vergeigt, zumal SKS-Formationen zu den zuverl├Ąssigsten Trendumkehr-Formationen z├Ąhlen.

Euro-Franken-Kurs versucht im Oktober 2019 auf die 200-Tage-Linie zu steigen

Es geht darum, den Abw├Ąrtstrend, der die Devisennotierung von 1,1480 Ende April auf 1,0810 Anfang September 2019 runterdr├╝ckte, ein f├╝r alle Mal zu beenden. Zwar ist die Trendlinie seit gut einem Monat gebrochen. Allerdings sah es bis vor kurzem noch so aus, als w├╝rde der Euro in den Abw├Ąrtstrendkanal zur├╝ckgeworfen, eine wichtige Unterst├╝tzung bei 1,0810 rei├čen und ein neues Tief bei 1,06-1,07 bilden. Diese Gefahr scheint gebannt, obschon man den morgigen Freitag abwarten muss. Der Euro hat seit einigen Monaten den Hang sich am letzten Tag einer Handelswoche gegen den Franken abzuschw├Ąchen.
  • Sollte es die inverse SKS-Formation schaffen, w├╝rde der Euro auf 1,11-1,12 Franken steigen und an der wichtigen 200-Tage-Linie anklopfen.
  • Wenn nicht, w├╝rde der Euro an einer rechten breiten Widerstandszone, die an dem horizontalen Widerstand bei 1,0990 beginnt und sich bis 1,1070 (Halslinie der SKS-Formation) erstreckt, zur├╝ckprallen. Anschlie├čend k├Ânnte er dann einen neuen Versuch unternehmen, das 30-Monatstief von Anfang September bei 1,0810 rauszunehmen.