Euro fehlt Anstiegs-Fundament
Home » » Euro fehlt Anstiegs-Fundament

Euro fehlt Anstiegs-Fundament

Gerade hat sich der Euro auf 1,09 Franken verbessert, da ger├Ąt der Anstieg schon wieder ins Stocken. Hintergrund: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat in der vergangenen Woche, als die Devisennotierung auf ein 26-Monatstief bei 1,0834 absackte, erneut interveniert. Ohne die SNB-Hilfe und die brodelnde Ger├╝chtek├╝che ├╝ber Ausgabenprogramme w├Ąre der EUR/CHF-Kurs wahrscheinlich niemals auf 1,09 geklettert.

Knapp vier Milliarden Franken d├╝rfte die SNB in der letzten Woche gedruckt und sodann in Euro eingewechselt haben, zeigen Statistiken zu den Sichtguthaben. Der Notenbank d├╝rfte es darum gegangen sein, den Euro ├╝ber einem wichtigen Support bei 1,08 zu halten. Das ist gelungen. Allerdings zeigen die Intraday-Ausschl├Ąge des EUR/CHF-Kurses aktuell wieder nach unten.


Die Ger├╝chtek├╝che brodelt: Deutschland sei bereit 50 Milliarden Euro zur Ankurbelung in die Konjunktur zu stecken, sagt Finanzminister Scholz. Das kommt an den Finanzm├Ąrkten gut an. Ein Konjunkturprogramm werde es aber nur im Fall einer Wirtschaftskrise geben, schr├Ąnkt Merkels Kassenwart ein.

amazon.at:
720°DGREE Trinkflasche “uberBottle“ - 1.5 Liter | Wasserflasche Auslaufsicher | Sportflasche | Schule, Sport, Fahrrad | BPA-Frei | Mit Fruchteinsatz

50 Milliarden Euro reichen nicht aus: Hierbei handelt es sich um 1,4% des deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Die US-Regierung macht jedes Jahr mehr als dreimal so viel neue Schulden und der Erfolg ist ├╝berschaubar. Letztes Jahr, als es die massiven Steuersenkungen gab, erreichten die USA ein Wachstum von 1,5% (rechnet man das Bev├Âlkerungswachstum von 1% raus). Dieses Jahr d├╝rfte es nur 1% geben.

Was Deutschland mit seinem Pralinen-Konjunkturpaket vorhat, ist geradezu ein Witz. W├╝rde das BIP im Falle einer Wirtschaftskrise um 0,3% schrumpfen, k├Ąme man mit den 50 Milliarden Euro mit Ach und Krach zum Nullwachstum zur├╝ck. B├Ârsianern ist das freilich egal. Sie kaufen Aktien, auch weil die US-Regierung ein weiteres Ger├╝cht lanciert. Man denke ├╝ber eine Senkung der Lohnsteuer nach, meldet Reuters.

Die Ger├╝chte erh├Âhen die Risikobereitschaft, heben die Aktienm├Ąrkte und setzen dem Franken vor├╝bergehend zu. Die Angst vor einer weltweiten Wirtschaftsflaute geht zur├╝ck. Den Ger├╝chten fehlt allerdings die Substanz. Auf einer Skala von 1 bis 10, auf der Ger├╝chte mit 10 Punkten die meiste Substanz haben, kommen die Ausgabenpl├Ąne Berlins und Washingtons gerade einmal auf 2 Punkte.

Der Euro-Franken-Kurs braucht zwei andere Ger├╝chte, um zu steigen:
  1. Die SNB muss sagen, dass sie ihre Leitzinsen so stark senken wird wie die EZB.
  2. Im EZB-Rat gibt es Widerstand gegen die Neuauflage der Staatsanleihen-K├Ąufe (QE2) und die Aufweichung der 33%-Regel: Bisher darf die EZB nur 33% der Schulden eines Eurolandes ├╝bernehmen. Draghi d├╝rfte einen h├Âheren Wert anstreben, um f├╝r QE2 mehr "Kopffreiheit" zu bekommen. Vielen Nordeurop├Ąern geht das zu weit. Um einen Konsens im EZB-Rat zu bekommen, muss Draghi in den sauren Apfel bei├čen und akzeptiert 40%.