Anforderungen an Euro-Anstieg extrem hoch
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Anforderungen an Euro-Anstieg extrem hoch

Seit drei Monaten ist der Euro gegenüber dem Schweizer Franken in einem Abwärtstrend. Das ruft die Schweizerische Nationalbank (SNB) auf den Plan: "Die jüngsten Entwicklungen der Wechselkurse zwingt die SNB zu intervenieren, was bedeutet, dass die EZB einen Konkurrenten auf dem europäischen Anleihenmarkt erhält", sagt Chefanalyst Christoph Rieger von der Commerzbank gegenüber Bloomberg.

Die Anwesenheit der SNB hat dem Euro bisher nicht geholfen sich aus der Umklammerung der Abwärtsbewegung zu befreien. Seit Anfang August führt die SNB sporadisch Euro-Stützungskäufe durch, wie die Notenbankstatistiken über die wöchentlichen Sichteinlagen der Schweizer Geschäftsbanken, von denen die SNB die Euro kauft, zeigen.

Als die SNB im Frühjahr 2017 intervenierte, um den Euro über 1,06 Franken zu halten, hatte sie Erfolg. Es dauerte zwar etwas, aber Mitte 2017 begann ein steiler Anstieg. Der Euro kletterte dann bis April 2018 auf 1,20 Franken. Etwas Ähnliches könnte in den nächsten Monaten wieder passieren.


Politischen Unwägbarkeiten in Verbindung mit dem Brexit-Volksentscheid und der Frankreich-Wahl hatten den Euro zwischen Juni 2016 und April 2017 immer wieder auf 1,06 Franken zurückgeworfen. Als sie verschwanden, marschierte die Devisennotierung nach oben.

Entsprechend lässt sich argumentieren, dass bei einem geordneten EU-Austritt des Vereinigten Königreichs zum 31. Oktober 2019 und einer Beruhigung des Sino-amerikanischen Handelsstreits ein substanzieller Anstieg des Euro-Franken-Kurses möglich wäre. Gäbe es einen harten Brexit, wäre wohl einige Wochen große Unruhe. Die SNB müsste stark intervenieren, um 1 Euro = 1 Franken zu gewährleisten.

Schließlich wird man sich aber mit der neuen Situation abfinden, und der Euro hätte eine gute Chance Boden gegenüber dem Schweizer Franken gutzumachen. Darüber hinaus dürfte der Euro-Franken-Kurs steigen, sollte die EZB im September mit ihrem Lockerungspaket die hohen Erwartungen der Finanzmärkte nicht erfüllen.

Neben noch negativeren Zinsen gehen Anleger inzwischen fest davon aus, dass die EZB erneut in den aktiven Ankauf von Staatsanleihen (QE2) einsteigen wird. Es gibt jedoch erste Indizien, dass QE2 nicht so rasch kommen wird, wie sich das viele wünschen. "Ich denke nicht, dass eine Notwendigkeit besteht, dieses Programm wiederaufzunehmen", sagte EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny dem österreichischen Magazin "Profil".

Fazit:
Es müssen viele Dinge zusammenkommen, damit der Euro aus dem Abwärtstrendkanal ausbricht und in den Bereich 1,12-1,15 Franken hineinsteigt. Auf der anderen Seite braucht es nur ein bis zwei negative Nachrichten, und der Euro würde seine Sinkflug auf 1,06-1,08 Franken fortsetzen.
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