Das klingt nicht gut für den Euro
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Das klingt nicht gut für den Euro

Der Euro ist nach drei Tagen Kursverlusten wieder in der Gefahrenzone. Mit 1,1190 Franken notiert er ziemlich dicht an der wichtigen Unterstützung bei 1,1160 Franken. Die jüngste Aufwertung des Frankens dürfte zu in etwa gleichen Teilen auf die sich verschlechternde Weltkonjunktur, die Drohung Italiens eine Schattenwährung einzuführen sowie die Tanker-Krise im Nahen Ostern zurückgehen.

Nicht auszuschließen, dass US-Präsident Trump das ganze Theater (Zölle, Schuldzuweisungen und ständige Drohungen an andere Länder) auch veranstaltet, um die US-Notenbank (Fed) zu deutlichen Leitzinssenkungen zu zwingen. Der Streit mit China und die nachlassende Wirkung der US-Steuersenkungen sind Konjunkturbremsen, auf die die Fed früher oder später mit einer expansiveren Geldpolitik reagieren wird.

Der Dollar-Franken-Kurs dürfte dann deutlich unter die Parität fallen und den Euro-Franken-Kurs mit nach unten ziehen, zumal es wahrscheinlich ist, dass auch die EZB irgendetwas aus dem Ärmel zaubern wird. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) muss hingegen die abwarten. Groß angelegte Deviseninterventionen seitens der SNB wird es wohl ersten geben, wenn die EZB wieder Staatsanleihen kauft.


Italien droht mit einer Schattenwährung, um ein Druckmittel gegenüber der EU-Komission zu haben. Schwer zu sagen, ob die Regierung in Rom dem kalifornischen Vorbild folgt und Gehälter im öffentlichen Dienst und Schulden des Staates gegenüber Lieferanten mit Schuldscheinen in kleiner Stückelung bezahlt.

Der Zins auf 10-jährige Staatsanleihen des Stiefellandes ist wegen der Aussicht auf eine noch expansivere Geldpolitik der EZB gerade auf 2,3% gefallen. Dies versetzt Italien in die Lage seine Staatsschulden problemlos weiter zu erhöhen. Ferner ist es nur eine Frage der Zeit, bis die EZB die Schuldscheine Italiens und die anderer Euroländer unter den Heraufbeschwören eines Deflations-Schreckgespenst erneut ankauft.

Die Tanker-Krise im Nahen Osten hat bisher nicht spürbar die Nachfrage nach dem als Sicheren Hafen wahrgenommenen Schweizer Franken befeuert. Denn ein Krieg scheint doch recht unwahrscheinlich, zumal China in einer umfassenden strategische Partnerschaft mit dem Iran verbunden ist. Weder Washington noch Peking dürften durch einen Stellvertreterkrieg im Nahen Osten Geld und Ressourcen verschwenden wollen.