Credit Suisse jagt CHF-Schuldnern Angst und Schrecken ein
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Credit Suisse jagt CHF-Schuldnern Angst und Schrecken ein

Es läuft auf einen Wechselkurs 1 Euro = 1 Schweizer Franken hinaus. 2024 dürfte es soweit sein, sagt der Chefökonom der Credit Suisse, Claude Maurer, der Nachrichtenagentur awp. Für Österreichs verbleibende Franken-Kreditnehmer ist der Zug aber noch nicht abgefahren. Der Euro werde nicht schnurstracks fallen.

Es lohnt sich etwas genauer hinzuschauen: "Wir gehen davon aus, dass sich der Franken eigentlich eher etwas abschwächt gegenüber dem Euro", sagt Maurer mit Blick auf die Kursentwicklung in den nächsten 12-18 Monaten. Demzufolge müssten Franken-Kreditnehmer warten, bis der Euro-Franken-Kurs von aktuell 1,12 auf 1,14, 1,15 oder 1,16 steigt, und dann ihren Kredit in ein Euro-Darlehen konvertieren.

In fünf Jahren werde die Schweizer Wirtschaft fit für einen Wechselkurs von 1 Euro = 1 Schweizer Franken sein, so der Credit-Suisse-Experte. Wie der Zufall es will, werden dann viele der an Österreichs Privathaushalte vergebenen Franken-Kredite fällig. Wer im Jahr 2004 zu einem Euro-Franken-Kurs von 1,55 ein Kredit im Gegenwert von 100.000 Euro (155.000 Franken) aufnahm, säße dann auf einem Verlust von 55.000 Euro.

Franken war zu schwach

Bitter für Franken-Kreditnehmer ist ein Forschungsergebnis der Credit Suisse: Demnach war der Euro-Franken-Kurs zwischen 2003 und 2010 höher als angemessen. "Der Franken war folglich gegenüber dem Euro jahrelang unterbewertet", schlussfolgert das Geldhaus. Und in dieser Unterbewertungsphase des Frankens wurden in Österreich unsäglich viele Franken-Kredite vergeben.

Dies führt nun dazu, dass die Wechselkursverluste der Häuselbauer überdurchschnittlich hoch ausfallen. Wäre der Euro in den Jahren vor der Weltfinanzkrise nicht von 1,55 auf 1,68 Franken gestiegen, sondern moderater, stünden Franken-Kreditnehmer heute nicht so tief unter Wasser.

Die Unterbewertung des Frankens zwischen 2003 und 2007 rührte auch daher, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Leitzins konsequent unter dem EZB-Leitzins hielt. Eine Geldpolitik, an der sie auch gegenwärtig wieder großen Gefallen findet.

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