Schweiz zeigt, wie es gemacht wird
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Schweiz zeigt, wie es gemacht wird

Die guten Nachrichten aus dem Ausland zusammen mit einer steigenden Risikobereitschaft an den Finanzmärkten helfen dem Euro zwischenzeitlich mit 1,1395 Franken den höchsten Stand seit zwei Wochen zu erreichen. Weicher Brexit, ein sich abzeichnendes Handelsabkommen zwischen den USA und China und mehr Diplomatie mit Nordkorea fehlt es aber mit Blick auf den Euro-Franken-Kurs an Durchschlagskraft.

In der Eurozone hat sich die Wirtschaftsstimmung im Februar erneut eingetrübt. Eine von der EU-Komission erhobener Indikator sinkt zum achten Mal in Folge und erreicht damit den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Die Brüsseler Behörde kritisiert Italien. Reformen gebe es in dem Land keine, hinzu kämen hohe Arbeitslosigkeit, schwache Produktivität und ein hoher Bestand an faulen Krediten.

Die Regierung in Rom kann das gelassen zur Kenntnis nehmen. Denn die EZB bereitet gerade ein neues Langfristkreditprogramm für Banken vor. Dies wird es den Geldhäusern erleichtern sich durchzuwursteln und weiterhin als großer Käufer italienischer Staatsanleihen aufzutreten. Dies führt wiederum dazu, dass die Zinsen nicht steigen und die populistische Regierung in der Reform-Hängematte einfach liegenbleibt.

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Von Italien und der EZB kann demnach ein stärkerer Euro gegenüber dem Schweizer Franken nicht kommen. In Deutschland hoffen sie darauf, dass der Dienstleistungssektor die Abkühlung der Industriekonjunktur ausgleicht. Tatsächlich ist es so, dass die Wahlgeschenke der Großen Koalition aktuell wirken und der Konjunktur Auftrieb verleihen. Dieser Effekt wird in den kommenden Monaten wieder abklingen.

Frankreich kann und wird die Kohlen für den Euro nicht aus dem Feuer holen. "Die übrigen (Euro-)Länder schneiden aktuell so schlecht ab wie zuletzt Ende 2013, hier herrschte im Februar annähernd Stillstand", heißt es im aktuellen Einkaufsmanager-Bericht von IHS Markit. Es bleibt somit nur die Möglichkeit, dass eine deutlichen Wachstumsdelle der Schweizer Wirtschaft den Franken abschwächt.

Danach sieht es aber nicht aus. So erzielte die eidgenössische Vorzeige-Volkswirtschaft im letzten Jahr ein sattes Wachstum von 2,5%. Für das laufende Jahr rechnen die Experten des Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mit einem Plus von 1,5%. Die Eurozone dürfte hingegen mit Ach und Krach und einem Quäntchen Glück die Einprozentmarke erreichen.

Die Schweizer Wachstumsstory der letzten Jahre trotz Mindestkurs-Aufhebung und Franken-Schock gilt es sich stets zu vergegenwärtigen. Es gab unzählige Experten, darunter selbstverständlich wieder einmal der Internationale Währungsfonds (IWF), die dies für unmöglich hielten. Dieselben Leute werden nicht müde die EZB für ihre Notenpressen-Politik zu loben.
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