Und der Euro-Franken-Kurs bleibt auf der Strecke
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Und der Euro-Franken-Kurs bleibt auf der Strecke

Trotz kräftig steigenden Aktienmärkten und einer großen Portion Risk On kommt der Euro-Franken-Kurs nicht vom Fleck. Die Devisennotierung tritt bei 1,1340 auf der Stelle. Wäre die Erholung der Eurozonen-Wirtschaft in trockenen Tüchern, müsste der Euro zulegen. Hintergrund: Die Erwartungen an eine erste EZB-Leitzinserhöhung würden von Mitte 2020 auf Anfang 2020 vorgeholt.

Vom Anleihenmarkt gibt es keine grünes Licht für einen Anstieg des Euro-Franken-Kurses. Die Zinsen auf deutsche Bundesanleihen wollen einfach nicht hoch. Am besten sieht man das am Bund Future, der seit dem Beginn des 4. Quartals 2018 in einem Aufwärtstrend ist. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass dieser Aufwärtsrend bricht.

Wenn der Bund Future steigt, fällt im Gegenzug der Zins auf 10-jährige Bundesanleihen. Und so stand der Bund Future im April 2018, als der Euro auf 1,2005 Franken kletterte, mit 158-159 Ticks deutlich tiefer als aktuell mit 164. Dem ein oder anderen Routinier mag missfallen, dass Bund Future und Aktienmärkten in den ersten beiden Monaten des Jahres parallel gestiegen sind.



Diese Anomalie ist dem ständigen (verbalen) Interventionen der Europäischen Zentralbank geschuldet. Und daran scheinen sich inzwischen alle gewöhnt zu haben. Es ist in offenes Geheimnis, dass die EZB stets bedacht ist, die deutschen Referenzzinsen zu drücken, weil sie darauf setzt, dass dies Signalwirkung hat und damit auch die Zinsen in Südeuropa runtergehen.

Fazit:
Steigende Aktienkurse signalisieren, dass die Eurozone inmitten einer konjunkturellen Erholung ist. Rezessionsgefahren sind gebannt. Das alleine reicht dem Euro-Franken-Kurs nicht. Möglicherweise wird er erst auf Anstiegskurs gehen, wenn sich harte Konjunkturdaten wie ifo-Geschäftsklima und Einkaufsmanager-Daten drei Monate in Folge verbessert haben.