Inflation macht Euro mürbe
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Inflation macht Euro mürbe

Dem Euro geht gerade die Puste aus. Er fällt unter 1,14 Franken. Damit mehren sich die Anzeichen, dass es sich bei dem zuvor bei 1,1445 erreichten 3-Monatshoch um einen Scheitelpunkt handelte. Der Euro-Franken-Kurs wird auch wegen der Inflationsdifferenz zwischen Euroland und der Schweiz langsam und stetig nach unten gedrückt.

Die deutsche Industrie ist ein wichtiger Faktor für den Euro. Geht es ihr gut, sprudeln nicht nur die Exporteinnahmen in Deutschland. Auch Lieferanten von Vormaterialien, die in Euroländern wie Belgien und Spanien beheimatet sind, profitieren. Momentan geht es ihr aber nicht gut. Die schwache Entwicklung des Auftragseingangs und der Industrieproduktion hält an. Eine Besserung ist nicht in Sicht.

Wegen der Konjunkturverlangsamung in der gesamten Eurozone würde es unter normalen Bedingungen aktuell Spekulationen über Leitzinssenkungen geben. So stand Draghi gleich zu Beginn seiner Amtszeit einer ähnlichen Konjunkturverlangsamung gegenüber und nahm den Vorschlag des damaligen EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark, den Leitzins zu senken, auch gleich auf.

Stark hatte ihm den kleinen Finger gereicht, Draghi nahm die ganze Hand. Heute ist es der EZB nicht mehr möglich den Leitzins, der seit Jahren bei null ist, zu senken. Draghi hat die EZB vor sieben Jahren als pure Notenbank übernommen und sie zu einer Kreditanstalt für Staaten, Banken und Unternehmen umgebaut. Der Italiener hat die Subventionierung von Staatshaushalten mit Geld aus Notenpresse salonfähig gemacht.

Die Staatsfinanzierung über die Notenpresse ist die Ursache, warum der Euro schwächelt. Sie macht die Gemeinschaftswährung unglaubwürdig. Zwar hat sie der Europäische Gerichtshof als rechtmäßig eingestuft. Entscheidend ist aber ihre Wirkung: Sie führt dazu, dass die Inflation in der Eurozone etwa doppelt so hoch sein wird wie in der Schweiz.


Es gibt in der Eurozone demzufolge mehr Geldentwertung als in der Schweiz. Und das führt auf Sicht mehrerer Jahren dazu, dass Franken das tut, was er in den letzten Jahrzehnten immer getan hat: Jedes Jahr um 1,5-2% gegenüber Währungen wie D-Mark und US-Dollar, wo die Inflation höher war, aufzuwerten.
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