Italiens Banken ziehen EUR/CHF seit 8 Monaten runter
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Italiens Banken ziehen EUR/CHF seit 8 Monaten runter

Die ungel├Âsten Banken-Probleme in der Eurozone kochen erneut hoch. Das ist brandgef├Ąhrlich f├╝r die derzeit vonstatten gehende Bodenbildung des Euro-Franken-Kurses. Es handelt sich um einen Teufelskreis, der sich nicht durchbrechen l├Ąsst. F├╝r den Euro-Franken-Kurs war, ist und bleibt Italiens Banken-Misere eine Verbindlichkeit.

Unter EZB-Zwangsverwaltung steht bereits die kleine Carige Bank aus Genua. Ursache: Ihr gr├Â├čte Aktion├Ąr der weigerte sich eine Kapitalerh├Âhung, die seinen Anteil verw├Ąssert h├Ątte, mitzumachen. Auch die Bank Populare di Bari hat gro├če Schwierigkeiten frisches Geld aufzutreiben. Der gr├Â├čte Brocken ist aber das ├Ąlteste Kriseninstitut der Welt: Monte Paschi. Sie bekommt ebenfalls kein Geld

"Italiens Banken wurde von einer Finanzmarkt-Starre, die aus der Sorge von Anlegern ├╝ber ein Ende der Sparpolitik seitens der neuen Regierung herr├╝hren", getroffen, schreibt Reuters. Pl├Âtzlich sind jene, die eine gemeinsame Banken-Einlagensicherung in der Eurozone fordern, mucksm├Ąuschenstill.

Teufelskreis

Die Situation ist v├Âllig verfahren: Italiens Politiker w├╝rden gerne Geld in die Krisenbanken pumpen, sie haben aber keines. Der Staat m├╝sste also seinen bereits sehr hohen Schuldenberg weiter auft├╝rmen. Dies w├╝rde jenen Geldh├Ąusern, die derzeit akute Probleme haben zwar helfen, gleichzeitig aber weite Teile des verbleibenden Bankensektors in die Bredouille bringen.

Ginge die Regierung mit den Staatsschulden von aktuell 132% auf 140-150% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) hoch, w├╝rden Italiens Risikoaufschl├Ąge und Zinsen steigen. Im Gegenzug k├Ąme es zu Kursverlusten auf Staatsanleihen. Italiens Banken, die derzeit keine Negativ-Schlagzeilen machen, sind mit heimischen Staatsanleihen ├╝berfrachtet und k├Ânnen hohe Kursverluste, die mit einem Zinsanstieg bei den Zehnj├Ąhrigen auf 4-5% einhergingen, nicht verkraften.

Es gibt den Ausweg, den ESM-Rettungsschirm anzuzapfen, und so sprichw├Ârtlich dem schlechten Geld auf Kosten der anderen Eurol├Ąnder gutes hinterherzuwerfen. Eine zweite M├Âglichkeit w├Ąre, dass man die wohlhabenden italienischen Privathaushalte f├╝r die Banken-Sanierung bzw. zur Senkung der Staatsschulden zur Kasse bittet. Die dritte M├Âglichkeit, und die wahrscheinlichste: Man wird sich weiter durchzumogeln.

Beim Untereinanderlegen des EUR/CHF-Devisendiagramm und dem des italienischen Bankenindex, sieht man, woher der Wind weht.


Die EZB wird mit Finanz-Ingenieur-Konstruktionen wie Zweckgesellschaften f├╝r faule Kredite und Langfristkrediten versuchen, die Probleme um ein halbes Jahr nach hinten zu verschieben. Der italienische Teufelskreis aus steigenden Staatsschulden, schw├Ącherem Wirtschaftswachstum sowie faulen Krediten im Bankensektor bleibt damit ungel├Âst und ein ├╝ber dem Euro-Franken-Kurs schwebendes Damoklesschwert.