Deutschland zieht EUR/CHF mit in Loser-Modus
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Deutschland zieht EUR/CHF mit in Loser-Modus

Der Euro nistet sich unter 1,13 Franken ein, nachdem sich die dem Thema Euro-Weichw├Ąhrung oder Hartw├Ąhrung gleichg├╝ltig gegen├╝ber stehende Angela Merkel gegen ihren fr├╝heren Finanzminister Wolfgang Sch├Ąuble in einem parteiinternen Machtkampf durchsetzt. Dar├╝ber hinaus profitiert der Schweizer Franken von anhaltender Risikoscheu an den Finanzm├Ąrkten und einer fast schon fatalen Verlustserie des deutschen Aktienindex.

Die von Angela Merkel gef├Ârderte Annegret Kramp-Karrenbauer ist neue CDU-Vorsitzende. F├╝r den Euro ist es eine Entt├Ąuschung, dass ihr Widersacher Friedrich Merz, der in der Finanz- und Wirtschaftspolitik ├╝ber hohe Kompetenzwerte verf├╝gt und von Sch├Ąuble unterst├╝tzt wurde, verliert. Die CDU verpasst eine Chance sich neu aufzustellen. Im Gro├čen und Ganzen wird man alles so weiter laufen lassen.

Deutschlands Reform├╝digkeit strahlt auf die ganze Eurozone aus. Die CDU sieht wegen der (noch) niedrigen Staatsverschuldung von 60% im Verh├Ąltnis zur Wirtschaftsleistung und der rekordniedrigen Arbeitslosigkeit keinen Handlungsbedarf. Dabei ist l├Ąngst absehbar, dass das Wachstum in Europas gr├Â├čter Volkswirtschaft dauerhaft unter 1% sinkt, Schulden und Arbeitslosigkeit wieder steigen werden.

"Langfristigen OECD-Projektionen zufolge wird keines der gro├čen Industriel├Ąnder in den kommenden Jahrzehnten wirtschaftlich so langsam wachsen wie Deutschland."

Jens Weidmann, Pr├Ąsident Deutsche Bundesbank, 19.01.2018

├ľsterreich und die Niederlande, deren Regierungen einen eher harten Euro wollen, stehen nun im Regen. Sie werden von Deutschland alleine gelassen. Man muss sich nur den Dax anschauen. Der ist schon Merkel-Loser-Modus. Der wichtigste deutsche Aktienindex kann sich gl├╝cklich sch├Ątzen, wenn er sich bis Jahresende ├╝ber 10.000 Punkten halten kann.

Es geht jetzt Schlag auf Schlag weiter: Am Dienstagabend stimmt das britische Parlament ├╝ber die Brexit-Austrittsvereinbarung mit der EU ab. Sagen die Parlamentarier nein, wird sich die Stimmung in der deutsche Wirtschaft, f├╝r die Gro├čbritannien ein sehr wichtiger Exportkunde ist, weiter eintr├╝ben. Dem Euro-Franken-Kurs droht dann ein R├╝ckfall unter die Marke bei 1,10.