Euro-Lachnummer: Merz komm raus du bist umzingelt
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Euro-Lachnummer: Merz komm raus du bist umzingelt

Aus Deutschland sind nach der Ära-Merkel keine Impulse für den Euro zu erwarten. Der für den CDU-Vorsitz kandidierende Politiker Friedrich Merz distanziert sich von mehr deutschen finanziellen Beiträgen für die Eurozone. Zuvor hatte er eine europäische Arbeitslosenversicherung und einen gemeinsamen Eurozonen-Haushalt in 🔗diesem Handelsblatt-Aufruf unterstützt.

Gesundheitsminister Jens Spahn, der ebenfalls CDU-Vorsitzender werden will, kritisiert Merz daraufhin als wankelmütig. Würden Eurozonen-Haushalt und europäische Arbeitslosenversicherung verwirklicht, sei es wahrscheinlich, dass der Euro "scharf nach oben ausbricht", hatte Morgan Stanley prognostiziert. Ein Ausblick, von dem die Devisenexperten der Bank nun Abstand nehmen müssen.

Ferner streicht Spahn im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND heraus:

"Wir brauchen keinen Euro-Finanzminister, keine europäische Arbeitslosenversicherung und schon gar nicht eine Vergemeinschaftung von Schulden."

Die merkelnahe Kandidatin Annegret Kramp-Karrenbauer erklärt: So wie sich in Frankreich immer alles um französische Interessen dreht, müsse auch Deutschland zunächst einmal seine eigenen Interessen im Blick haben. Hintergrund sinkender Zustimmungswerte für Präsident Macron sei nicht etwa, dass Kanzlerin Merkel ihn bei seinen Projekten zur Neuausrichtung der Eurozone wenig unterstütze, erläutert Kramp-Karrenbauer. Vielmehr kämen innenpolitische Gründe zum tragen. Zuvor hatte bereits US-Präsident Trump Macron wegen seinen schwachen Zustimmungswerten verspottet.


Im Fokus steht aktuell weniger der Wechselkurs des Euros zum Schweizer Franken. Er tritt seit anderthalb Monaten mal etwas über und mal etwas unter 1,14 auf der Stelle. Es ist der schwache Euro-Dollar-Kurs. Trotz Trumps drastischer Verschuldungspolitik, einer höheren US-Inflation und einem steigenden Handelsdefizit kann der Euro nicht punkten. Das liege an den US-Leitzinserhöhungen, mögen nun einige einwenden.

Eher nicht. Denn das Ende des Zinserhöhungszyklus in den USA ist bereits absehbar. Darüber hinaus pushen vor allem die ersten drei Leitzinserhöhungen eine Währung, zeigen historische Auswertungen. Die US-Notenbank hat diese Phase längst hinter sich gelassen. "Der Einfluss der Zinsdifferenz auf die Währungen werde überschätzt", sagt das Research der St.Galler Kantonalbank. Über die Wirtschaftszyklen hinweg funktionierte der Ausgleich der Inflationsdifferenzen hingegen recht genau.

Daraus lässt sich schlussfolgern: Weil die Inflation in Euroland niedriger ist als in den USA, müsste der Euro 1,20-1,30 Dollar kosten. Er ist aber nur 1,13 Dollar wert. Das ist ein Indiz dafür, dass der Euro seinen Status als Anti-Dollar verloren hat. Vor der Draghi-Ära und der Euro-Rettungspolitik gingen viele Anleger in den Euro, wenn ihnen die USA zu heiß wurden. Der Euro war der einzige ernstzunehmende Gegenspieler des Dollar. Diesen Status hat er inzwischen verloren. Die USA haben Narrenfreiheit, am Dollar kommt niemand vorbei.
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