Der Euro hat noch etwas in der Hinterhand
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Der Euro hat noch etwas in der Hinterhand

Die Konjunkturdynamik in der Eurozone lässt spürbar nach, und so steht der Euro kurz davor unter die Marke bei 1,14 Franken zu fallen. Es gibt aber auch Daten, die für einen Anstieg sprechen. Der Devisenoptionsmarkt tendiert seit Wochen eurofreundlich. Erst bei einem EUR/CHF-Kurs von 1,17 wäre die gute Stimmung korrekt eingepreist.

"Die Erwartungen der Finanzmarktexperten/-innen an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone sinken ebenfalls sehr deutlich und liegen im Oktober", meldet das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Deutschlands Exporte würden unter dem sich verschärfenden Handelskonflikt zwischen den USA und China leiden.

Damit wird es zunehmend ungewiss, ob in diesem Jahr das von der EZB veranschlagte Wachstum von 2% erreicht wird. Die Eurozone ist umzingelt von Unsicherheitsfaktoren: Solche, die sie beeinflussen kann (Brexit, Budgetstreit mit Italien) und solche, bei der sie die Rolle eines Zuschauers einnimmt (Handelskrieg USA-China, steigender Ölpreis).


Man sollte aber auf die Konjunkturdaten nicht so viel geben. So ist der deutsche Aktienindex Dax ist in diesem Jahr gestiegen, als sich die Konjunkturdaten eintrübten und gesunken, als sie besser ausfielen als erwartet. Auch der Euro hat bereits oft gezeigt, dass er imstande ist konjunkturellen Gegenwind auszuweichen, um danach auf Anstiegskurs zum Schweizer Franken zu gehen.

Tatsächlich haben sich die Einschätzungen am Devisenoptionsmarkt bezüglich des Euros sprunghaft verbessert. Das einmonatige EUR/CHF Risk Reversal kletterte in den letzten zwei Monaten von -2,0% auf -0,7%. Sollte das Risk Reversal wieder einmal seinem glänzenden Ruf als Frühindikator gerecht werden, müsste der Euro in den kommenden Wochen auf etwa 1,17 Franken steigen.