SNB und EZB sind für den Euro zwei Totalausfälle
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SNB und EZB sind für den Euro zwei Totalausfälle

Weil sich Europäische Zentralbank (EZB) und Schweizerische Nationalbank (SNB) als nächstes zur Geld- und Zinspolitik äußern, sollte es beim Euro-Franken-Kurs knistern. Tatsächlich ist es so, dass das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Entsprechend sind die Erwartungen an die Herr Währungshüter ultratief. SNB-Chef Jordan will den Euro-Franken-Kurs nicht stützen, Draghi kann ihn nicht stützen.

Diesmal dürfte die SNB dürfte nicht gewillt sein den Euro rauszupauken. Der Euro hat trotz eines Rückgangs in den zurückliegenden viereinhalb Monaten von 1,20 auf 1,12 Franken immer noch Speck angesetzt. Als die SNB letztes Mal im großen Stil intervenierte, das war im Februar 2017, ging es darum den Euro-Franken-Kurs über 1,06 zu halten.

"Der Anlage-Chef der St. Galler Kantonalbank glaubt, dass die SNB erst bei einem Kurs von 1,08 eingreifen wird. (...) Julius Bär erachtet eine Intervention der SNB erst bei einer Franken-Euro-Parität als sinnvoll", heißt es in einem Artikel im Schweizer Blick: 🔗 Wann greift Jordan ein?

Die EZB wird so tun, als sei sie in der Lage, irgendwann in der Zukunft die Zinsen substanziell zu erhöhen. Voraussetzung: Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone wird sich jahrelang bei 1-1,5% einpendeln. Viel wahrscheinlicher ist freilich, dass Ende 2018 oder 2019 eine spürbare Konjunkturabkühlung kommt und die Eurozone mit Leitzinsen bei 0% in eine Rezession schlittert.

Von diesem Ausblick will auch die Finanzbranche nichts wissen, und so malt man sich Zinsprognose-Grafiken, die einen kräftigen Anstieg dr EZB-Leitzinsen ab 2020 implizieren. Das erinnert etwas an die pleitegegangene Fluglinie Air Berlin, die jahrelang ihren Aktionären versprach, in der Gewinnzone zu landen.

Die Frankenstärke sei vorübergehend. "Die Umstände werden wahrscheinlich dazu führen, dass es zu einer Umkehr des jüngsten Trends kommt", zitiert Bloomberg den Chef-Ökonom Philip Shaw von Investec, einer in London ansässigen internationale Bank- und Vermögensverwaltungsgruppe. Ihr kam es sicherlich nicht ungelegen, dass der früher in London für Goldman Sachs arbeitende Draghi ungeniert Geld druckt.

Fazit:
Die Schweizerische Nationalbank wird den Euro-Franken-Kurs nicht stützen, die Europäische Zentralbank kann ihn nicht stützen.
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