Analyse: So reagiert der EUR/CHF-Kurs auf Währungskrieg
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Analyse: So reagiert der EUR/CHF-Kurs auf Währungskrieg

Nach drei Wochen Anstieg tritt der Euro gegen den Schweizer Franken kürzer. Die Devisennotierung fällt von 1,1715 auf 1,1630 zurück. Österreichs Notenbankchef, EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny, hat den richtigen Riecher gehabt, als er vor einem Währungskrieg warnte. US-Präsident Trump bezichtigt die Europäer ihre Währungen und Zinsen nach unten zu manipulieren.

"EUR/CHF konnte den Aufwärtstrend zunächst nicht fortsetzen. Das Währungspaar pendelt gegenwärtig zwischen 1,1610 und 1,1660", kommentiert die St.Galler Kantonalbank. Solange 1,1600 halte, sei mit Seitwärtskursen zwischen 1,1600 bis 1,1650 zu rechnen. "Erst ein klarer Durchbruch unter 1,1600 dürfte dann zu weiteren Kurskorrekturen in Richtung 1.1530 führen", sagt die Thurgauer Kantonalbank.

Der von den USA vom Zaun gebrochene Streit in Handelsfragen könnte zu einem Währungskrieg eskalieren, warnte vor einer Woche Ewald Nowotny. Eine Twitter-Nachricht von Donald Trump zeigt: Nowotny liegt richtig. "China, die EU und andere manipulieren ihre Währungen und Zinsen nach unten", während der Kurs des US-Dollars ständig steige, kritisiert der 45. US-Präsident.

Donald Trump ist für die EZB von Mario Draghi ein so großes Unglück wie Kaiser Wilhelm II für das Deutsche Reich. Die Notenbanker aus der Eurozone sind verärgert, weil der US-Präsident sie nicht weitermachen lässt. Die EZB hat den Euro seit 2014 durchschnittlich um 10-15% unter seinen fairen Wert zum US-Dollar gedrückt.

Damit kurbelt sie die Industrieexporte an und sorgt dafür, dass der vor sich hin darbende Dienstleistungssektor der Eurozone, in den die Politik allerorts besonders gerne hineinregiert, sich keiner Veränderung unterziehen muss. Besser wäre es aber, und das zeigt der Schweizer Wirtschafts-Mix, man ließe den Euro hoch.

Mit einer Weichwährung schafft man in der langen Sicht mehr Probleme als mit einer Hartwährung. In der kurzen Sicht sind die Anreize leider so, dass sich mit einer Weichwährung kleine Etappensiege einfahren lassen. Hinzu kommt: Politiker und Notenbanker denken oft nur daran sich während ihren Amtszeiten über die Runden zu retten und Probleme ihren Nachfolgern aufzubürden.

Fazit:
Donald Trump ist für den Euro-Franken-Kurs mehr Chance als Risiko. Es ist höchste Zeit, dass das die EZB ihr Negativzins-Regime, mit dem sie den Euro gegen den US-Dollar nach unten manipuliert, abschafft. Dann würde der Euro gegen den US-Dollar deutlich über 1,20 steigen und könnte den Euro-Franken-Kurs Huckepack mit nach oben nehmen.