Neuer EZB-Chef muss Whatever-it-Takes-Gedicht aufsagen
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Neuer EZB-Chef muss Whatever-it-Takes-Gedicht aufsagen

Warum kaufen ausländische Anleger südeuropäische Staatsanleihen und nicht US-Staatsanleihen? Zehnjährige Treasuries bieten immerhin einen Zins von 3%. Das ist deutlich mehr als man in Italien oder Spanien bekommt. Ursache sind hohe Hedging-Kosten sein. Es ist sehr teuer US-Staatsanleihen gegen eine Abschwächung des Dollar abzusichern.

Die US-Zinsen dürften weiter steigen, weil ausländische Anleger wegen hohen Hedging-Kosten abgeneigt seien amerikanische Staatsanleihen zu kaufen, sagte der einflussreiche Anleihe-Investor Jeffrey Gundlach letzte Woche auf einer Veranstaltung in New York.

Damit geht es zurück auf die andere Seite des Atlantik, wo die Hedging-Kosten niedriger sind und Mario Draghi Anlegern eine Blankovollmacht ausstellt, in der Hoffnung den Krieg an den Finanzmärkten zu gewinnen. Es erinnert an die Blankovollmacht des Deutsche Reichs für Österreich-Ungarn, um der brenzlige Lage auf dem Balkan Herr zu werden.

Endspiel

Und so steigen die Kurse von italienischen-, spanischen- und portugiesischen Staatsanleihen immer weiter. Die im Gegenzug sinkenden Zinsen sind mit den Fiskalpositionen dieser Länder jedoch völlig unvereinbar. Wenn Kaiser Draghi in 18 Monaten abdankt, schlägt die Stunde der Wahrheit. Sein Nachfolger wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kein extremer Befürworter der ultralockeren Geldpolitik sein.

Darüber hinaus stellt sich die spannende Frage, ob beispielsweise ein Herr Weidmann das Whatever-it-Takes-Versprechen über die Lippen bringt. Japans Anleger, die laut Redeker derzeit auch Euro-Staatsanleihen kaufen, weil die Zeichen in der Eurozone deflatorisch sind - also die Inflation Richtung 1% und nicht Richtung 2% geht - werden vorsichtiger.

Jetzt schnappt die Falle zu. Die Zinsen in Südeuropa steigen, die Finanzmärkte nehmen die hohen Schulden vieler Euroländer wieder ins Visier. Die Anleihekurse stürzen ab. Es werden neue Rettungspakete geschnürt und als Bürgschaften und Garantien getarnte Transferzahlungen von dem Norden der Eurozone in den Süden geleitet. Darüber hinaus kühlt sich die Konjunktur ab.

EUR/CHF-Ausblick:
Für den Schweizer Franken sind das Idealbedingungen, um mit den Muskeln zu spielen. Der 5. Zyklus des Euro-Franken-Kurses beginnt. Diesmal bleibt es nicht bei 1 Euro = 1 Franken.

1. Teil: Weg in den Euro-Crash ist vorgezeichnet
2. Teil: Neuer EZB-Chef muss Whatever-it-Takes-Gedicht aufsagen

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