Euro prallt immer wieder bei 1,17 Franken zurück - KW49/2017
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Euro prallt immer wieder bei 1,17 Franken zurück - KW49/2017

EUR/CHF-Analyse: Da war mehr drin

Sa, 09.12.17
Der Euro erreicht ein Wochenschluss bei 1,1682 Franken. Er ist damit 0,4% höher als zu Wochenbeginn. Unter dem Strich ist die Performance etwas enttäuschend. Der Euro kletterte während des Wochenverlaufs auf 1,1716 und 1,1720, fiel aber jedes Mal wieder zurück. Damit läuft dem EUR/CHF-Kurs die Zeit davon, sich noch im laufenden Jahr über 1,17 zu etablieren, um dann im nächsten Jahr Richtung 1,20 zu gehen.




2 Gründe, warum der Euro unter 1,17 Franken bleibt

Fr, 08.12.17

1. Es werden ganz offenbar zu viele neue Euros ins Finanzsystem eingespeist, und so fällt der EUR/CHF-Kurs unter 1,17. Die EZB kündigte in dieser Woche an, in der letzten Dezemberwoche keine Anleihen zu kaufen. Das heißt: Die Käufe müssen vorgezogen werden, um das monatliche Volumen von 60 Milliarden Euro zu erreichen. Dies führt momentan zu so einer Verwässerung des Euros, die etwa so stark ausfällt, als würde die EZB 80 Milliarden Euro pro Monat einspeisen.

2. Der US-Arbeitsmarktbericht fällt besser aus als erwartet. Ein Anstieg des Dollar-Franken-Kurses (USD/CHF) über die Parität, der den EUR/CHF-Kurs Richtung 1,18 hätte befördern können, bleibt aber aus. Die US-Staatsfinanzen sind nicht ums Beste bestellt. Der US-Kongress hat auf den letzten Drücker eine Haushaltssperre verhindert.

Nun geht das Spiel aber wieder von vorne los: Die Parlamentarier einigten sich lediglich darauf, für zwei Wochen die öffentliche Hand mit den erforderlichen Finanzmitteln auszustatten. Die Verabschiedung eines längerfristigen Haushalts ist derzeit nicht in Sicht, zumal die Republikaner dafür auf Stimmen der Demokraten angewiesen sind.


Erreicht der Euro heute die Marke von 1,18 Franken?

Fr, 08.12.17
Der EUR/CHF-Kurs steigt auf 1,1720, als bekannt wird, dass die EU und Großbritannien bei den Brexit-Verhandlungen ein großes Stück weiter sind. "Ich gehe davon aus, dass wir den Durchbruch erzielt haben, den wir brauchten", sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker laut einer Reuters-Meldung. Damit ist ein harter Brexit, der beiden Seiten wirtschaftlich sehr geschadet hätte, vom Tisch.

Wie so oft in den letzten Wochen, kann der Euro allerdings über 1,17 Franken keinen Anker werfen. Dazu dürften auch schwächer als erwartete Exportzahlen aus Deutschland beitragen. Der Exportüberschuss im Oktober von 19,9 Milliarden Euro verfehlte die Konsenschätzung der Analysten von 22 Milliarden Euro recht deutlich.

Darüber hinaus bremst die schwache Entwicklung des Euros gegen den US-Dollar den EUR/CHF-Kurs. 1 Euro kostet mit 1,1740 US-Dollar so wenig wie letztes Mal vor zwei Wochen. Die Risikobereitschaft an den globalen Finanzmärkten ist nach starken Konjunkturdaten aus China und Japan wieder auf dem Vormarsch. Bleibt abzuwarten, ob steigende Aktienkurse den EUR/CHF-Kurs vielleicht doch noch auf den Weg Richtung 1,18 bringen.




EUR/CHF-Kurs klettert auf Wochenhoch bei 1,1707

Do, 07.12.17
Der Euro startet den nächsten Versuch die Marke bei 1,17 Franken zu überqueren. Das Unterfangen wird allerdings bei 1,1707 abgebrochen. Bereits am Mittwoch und Dienstag ist dasselbe passiert. Derzeit fehlt es an einer klaren Risikoeinschätzung:
  • Auf der einen Seite ist keinerlei Risikoscheu zu erkennen, was neben dem schwachen Franken der Absturz des Goldpreises auf den tiefsten Stand seit vier Monaten unterstreicht.
  • Auf der anderen Seite wollen die Aktienmärkte nicht mehr so wie gewohnt. Es ist schon fast ein Käuferstreik bei Dax, Dow Jones und Co. auszumachen. Das zeigt: Die hohe Risikobereitschaft der letzten Monate ist abgeklungen.


EUR/CHF aktuell ohne Veränderungsbereitschaft

Do, 07.12.17
Der Euro schlägt auf die Vorschläge der EU-Kommission für ein engere Verzahnung der Eurozone nicht an, und so notiert der EUR/CHF-Kurs kaum verändert bei 1,1680. Es sind halbherzige Vorschläge, die Jean-Claude Juncker unterbreitet:
  • Der Rettungsschirm ESM soll zu einem Europäischen Währungsfonds (EWS) umgebaut werden, um bei der nächsten Rettung von Griechenland und Co. nicht länger auf den Internationalen Währungsfonds (IWF) angewiesen zu sein.
  • In den EU-Haushalt werden Mittel eingestellt, die Euroländer abrufen können, wenn sie unverschuldete in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Diese Geldmitteln sollten nicht, wie beim EWF, an Reformbedingungen geknüpft sein.
  • Ein europäischer Finanzminister soll die Wirtschaftspolitik koordinieren. Es gebe Länder die laufen nach links (Richtung Sozialismus), andere nach rechts (Richtung freie Marktwirtschaft) und etliche blieben in der Mitte. Hier brauche es eine ordnende Hand, so Juncker.
Der EUR/CHF-Kurs ist seit Wochenbeginn in einer Seitwärtsbewegung. Aus fundamentaler Sicht spricht der mit 0,30% sehr niedrige Zins auf 10-jährige Staatsanleihen aus Deutschland und eine Verschlechterung der Stimmung am Devisenoptionsmarkt für einen Rückwärtsbewegung des EUR/CHF-Kurses auf 1,16.



EUR/CHF legt trotz Unsicherheit zu

Mi, 06.12.17
Der Euro will es noch einmal wissen, und so zischt der EUR/CHF-Wechselkurs zur Wochenmitte von 1,1660 auf 1,1701 hoch. Dass an den Aktienmärkten etwas der Wurm drin ist und die Risikobereitschaft abnimmt, stört nicht. Einnisten über 1,17 kann sich der Euro allerdings nicht. Er kann allerdings als Erfolg verbuchen, die Handelsspanne von 1,1630-1,1680 auf auf 1,1660 auf 1,17 nach oben zu verschoben zu haben.



Eurozone wappnet sich vor Trump-Unsicherheit

Mi, 06.12.17
Da sind sie wieder, die so genannten geopolitischen Risiken: Washington ist es zu ruhig, und so macht Trump die Welt ein Stück weit unsicherer, indem er die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem ankündigt. Die Risikobereitschaft lässt nach, Börsianer machen Kasse. Der EUR/CHF-Kurs reagiert gelassen. Er notiert bei 1,1680 und bleibt damit in Tuchfühlung mit der am Freitag erreichten Höchstmarke bei 1,1736.

"Jetzt müssen wir Europa und die Eurozone wetterfest machen für mögliche künftige Krisen und Schocks", sagt der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger dem ZDF-Staatsfernsehen. Merkels Mann in Brüssel schwebt ein Europäischer Währungsfonds (EWF) vor, der die Eurozone unabhängig vom Internationalen Währungsfonds (IWF) machen soll.

Die EU-Kommission wird heute ihre Pläne zur engeren Verzahnung der Eurozone vorstellen. Mit Spannung wird erwartet, ob es einen Rainy Day Fund geben wird, also ein Fonds, aus dem sich schwache Euroländer bei Konjunkturabkühlungen Geld ohne Gegenleistung einfach herausnehmen können. Ferner geht es darum die Rettungsmaßnahmen der EZB durch die Politik nachgenehmigen zu lassen.


Euro pendelt zwischen 1,1630 und 1,1680 Franken

Di, 05.12.17

Schulden-Falschmünzerei gefährdet EUR/CHF-Anstieg

Di, 05.12.17
Leichte Verluste beim Euro am Nachmittag, und so sinkt der EUR/CHF-Kurs kurz vor Handelsbeginn an der Wall Street auf 1,1670, nachdem er am Vormittag auf 1,17 kletterte. Insgesamt kann sich der Euro aber weiter gut gegenüber dem Schweizer Franken behaupten. Zum einen ist das Devisenpaar durch drei robuste Unterstützungen bei 1,1610, 1,1540 und 1,1470 extrem gut nach unten abgesichert.

Zum anderen helfen höhere US-Zinsen: Im Fokus steht ein rasanter Zinsanstieg bei 2-jährigen US-Staatsanleihen in den letzten drei Monaten von 1,26% auf 1,82%. Der steigende Zins macht Sicheren Häfen den Gar aus. Anleger, die sich den Schweizer Franken oder Gold ins Depot legen, lassen sich Zinseinnahmen durch die Lappen gehen, was viele tunlichst vermeiden.

Fraglich ist, wie hoch US-Notenbank (Fed) und Finanzminister Mnuchin die US-Zinsen steigen lassen. Hintergrund sind die hohen Schulden, die die Verantwortlichen versuchen unter den Teppich zu kehren. So taxierte die scheidende Fed-Chefin Yellen letzte Woche die US-Staatsschulden auf 14,9 Billionen US-Dollar (75% des BIP). Hierbei handelt es sich um die Schulden der öffentlichen Hand.

Wenn man so rechnet, käme Deutschland auf eine Schuldenquote von etwa 35%. Die korrekte Zahl ist aber 70%. Die gesamten Verbindlichkeiten der USA belaufen sich denn auch auf 20,6 Billionen US-Dollar, das sind 110% des BIP. Kurios ist das Verhalten der drei großen US-Ratingagenturen, die sich des Themas nicht annehmen, während sie zu Zeiten der Euro-Schuldenkrise nicht schnell genug sein konnten, Euroländer abzustufen.

Aus dem US-Kongress war zuletzt zu hören, dass man über die Staatsschulden nur hinter verschlossenen Türen reden werde. Hier gibt es ganz offenbar ein Schweigegelübde. "Die USA haben sich ja in der Wirtschaftsgeschichte immer über die Dollar-Abwertung entschuldet", sagte derweil der Schweizer Ökonom Rudolf Strahm im Gespräch mit cash.ch.

Fazit:
Beginnen Anleger die ersten Karten aus dem US-Schuldenkartenhaus herauszuziehen, dürfte der EUR/CHF darauf mit Kursverlusten reagieren, als Sichere Häfen plötzlich wieder gefragt wären.


EUR/CHF über 1,17: Kurzes oder langes Aufbäumen?

Di, 05.12.17
Der Euro steigt Dienstagvormittag auf 1,1703 Franken. Es folgt ein Zurückpraller in die für diese Woche auserkorene Wohlfühlzone, deren oberes Ende bei 1,1680 beginnt. Der positive Effekt der US-Steuerreform auf die Finanzmärkte lässt nach. Die Risikobereitschaft sinkt, was für einen einen Rückgang des EUR/CHF-Kurses auf 1,1630 spricht.


Die verstärkte Kapitalnachfrage aus den USA sollte zu weltweit steigenden Zinsen führen, prognostiziert der Chef des ifo-Instituts, Clemens Fuest, mit Blick auf die US-Steuersenkungen. Europa werde von Trumps Steuerreform kurzfristig profitieren, schreibt Fuest im Handelsblatt. Speziell in Deutschland, das auf die höchsten US-Exporte kommt, sollte man sich aber nicht zu früh freuen.

In dem fertigen Steuerpaket dürfte nämlich eine so genannte Excise Tax stehen, die wie ein Importzoll wirkt. Dies kann beispielsweise dazu führen, dass auf den Verkaufspreis eines in Deutschland hergestelltes Auto künftig 2.000 US-Dollar Excise Tax obendrauf kommen. Für ein Auto eines US-Herstellers würde die Excise Tax nicht gelten.


Schweiz zu erfolgreich für weichen Franken

Mo, 04.12.17
Hat die Eurozone den Hochpunkt erreicht? Der Sentix-Konjunkturindex deutet darauf hin. Nachdem er von Dezember 2016 bis November 2017 fast unterbrochen und kräftig steigen konnte, kommt es zu einem Dämpfer. "Der beachtliche Dynamikverlust in den Konjunkturerwartungen von 6,0 Punkten in den Dezember-Daten hatte wohl kaum ein Beobachter so auf der Rechnung", erklärt Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner.

Darüber hinaus trübt sich der Ausblick für den Euro wegen der brummenden Schweizer Wirtschaft ein. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie kletterte im November auf den höchsten Stand seit siebeneinhalb Jahren. Auch der Dienstleistungs-PMI legte zu. Als die Einkaufsmanager-Daten aus der Schweiz am vergangenen Freitagmorgen von Credit Suisse und procure.ch veröffentlicht wurden, kam es interessanterweise fast zeitgleich zu einer Top-Bildung des EUR/CHF-Kurses bei 1,1736.


Damit erhalten jene Marktteilnehmer die Oberhand, die sagen, dass die Schweizer Wirtschaft einfach zu solide und erfolgreich sei. Dies verunmögliche eine weitere Abschwächung des Frankens gegen den Euro. Die Schweiz ist gegenüber der Eurozone ähnlich überlegen wie Deutschland gegenüber Frankreich/Italien. Die beiden Staaten scheitern seit Jahren kläglich daran, Deutschland beim Wachstum zu überholen.


So steht es um den EUR/CHF-Kurs

Mo, 04.12.17
Trumps Steuersenkungen werden positiv von den Finanzmärkten aufgenommen. Die Risikobereitschaft steigt, und mit ihr der EUR/CHF-Kurs. Er klettert Montagvormittag auf 1,1670, nachdem er Freitagabend bei 1,1596 war.


Nach hohen Kursausschlägen der letzten Handelstage ist nun von einer Einpendelphase auszugehen. Der Euro würde sich demnach für einige Tage zwischen 1,1630 und 1,1680 aufhalten, bevor er dann spätestens in der nächsten Wochen, wenn EZB, SNB und Fed Notenbanksitzungen abhalten, die Richtung bis Jahresende vorgibt.

Der Chef der niederländischen Notenbank, EZB-Ratsmitglied Klaas Knot, hat sich derweil für eine Beendigung der Anleihenkäufe zum September 2018 ausgesprochen. Damit stellt er sich an die Seite der Deutschen Bundesbank. Für Mario Draghi wird es nun diffiziler, eine Verlängerung der Käufe bis 2019 durchzudrücken.

Euro steigt auf 35-Monatshoch bei 1,1736 Franken - KW48/2017