Die neuesten Entwicklungen bei Franken-Krediten
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Die neuesten Entwicklungen bei Franken-Krediten

"Die Frist ist begrenzt und das Fenster mit dem schwächeren Schweizer Franken kurz", sagt Raiffeisen-Chefanalyst Peter Brezinschek an die Adresse von Franken-Kreditnehmern. In Österreich gebe es immer noch ein beträchtliches Kreditvolumem in Schweizer Franken. Etwa 15-18 Milliarden Euro stecken in Franken-Krediten, stellt Brezinschek im Gespräch im der Kleinen Zeitung fest.

Franken-Kreditnehmer sollten sich in erster Linie auf Thomas Jordan konzentrieren. Der Chef der Schweizerischen Nationalbank (SNB) wird vom Devisenmarkt trotz aufgeblähter Bilanzsumme und dem negativsten Zins der Welt immer noch als Mini-Falke, also jemand, der den bedingungslosen Reflations-Kurs von Draghi, Yellen und Kuroda ablehnt, gesehen. Dafür gibt es zwei Ursachen:
  1. Jordan hat den Euro-Mindestkurs bei 1,20 Franken aufgehoben. Die damit verbundene Straffung der Geldpolitik über eine Aufwertung des Schweizer Frankens hätten Leute wie Draghi und Co. niemals zugelassen.
  2. Als der frühere SNB-Chef Hildebrand, ein bedingungsloser Reflationierer, Anfang 2012 zurücktrat und Jordan sich als sein Nachfolger herauskristallisierte, hat der Devisenmarkt mit einer Aufwertung des Schweizer Frankens gegen den Euro reagiert.

Die UBS erwarte, dass Jordan Ende 2018 erstmals die Zinsen anhebt, berichtet die Schweizer Zeitung "Der Bund". Auch die Schweizer Privatbank Pictet hält es für möglich, dass die SNB vor der EZB zur Tat schreitet. Man hält Ende 2018 einen Überraschungscoups des SNB-Chefs für möglich.

Damit würde Jordan wieder einmal zeigen, dass er ein Mini-Falke ist. EZB-Chef Mario Draghi kann hingegen nur lockere Geldpolitik. In den letzten zwei Jahren seiner Amtszeit ist davon auszugehen, dass sich der EZB-Chef strikt weigern wird, eine Straffung der Geldpolitik auf die Tagesordnung zu setzen.

"Ich gehe davon aus, dass der Schweizer Franken im Zuge der unterbrochenen Euro-Aufwertung auch seine Schwäche gegenüber dem Euro wieder ablegen wird", prognostiziert Brezinschek. Laut dem neuen Ausblick von Raiffeisen Research wird der Euro-Wechselkurs bis Ende 2019 auf 1,12 Franken sinken und Ende 2020 dann nur noch bei 1,08 Franken wert sein.


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1. Teil: Die neuesten Entwicklungen bei Franken-Krediten
2. Teil: Welche Prognosen für Franken-Kreditnehmer relevant sind