Dieser Kuhhandel ist für den EUR/CHF-Kurs brandgefährlich
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Dieser Kuhhandel ist für den EUR/CHF-Kurs brandgefährlich

Die Flucht in den Schweizer Franken schreitet voran, und so sank der EUR/CHF-Kurs am Ostermontag mit 1,0656 auf den tiefsten Stand seit sieben Wochen. Am Devisenoptionsmarkt spitzt sich die Lage zu. Es gibt viele Gefahrenherde auf der Welt, die nach einem stärkeren Franken rufen. Das größte Problem ist aber das sich abzeichnendes Tauschgeschäft zwischen dem französischen Wähler und der Eurozone.

Put-Optionen, mit denen man sich vor einem Rückfall des EUR/CHF-Kurses absichern kann, sind so teuer wie seit das letzte Mal unmittelbar vor dem Brexit-Votum. Nimmt man die Preise für Devisenoptionen als Richtschnur, dürfte der Euro einen Anlauf starten auf 1,06 Franken zu sinken. Ursache: Das einmonatige Risk Reversal für den EUR/CHF-Kurs fällt auf ein Zehnmonatstief bei -3,35%.


Auf das Konto der Türkei kann die Stärkephase des Frankens nicht zurückgeführt werden. Hintergrund: Die Wirtschaft des Landes ist zu klein. 80 Millionen Türken bringen es in Sachen Bruttoinlandsprodukt (BIP) gerade einmal auf die gleiche Wertschöpfung wie 17 Millionen Niederländer. Es ist nicht genügend Geld in der Türkei, das in die Schweiz fließen könnte, um den Franken merklich stärker machen würde.

Ein anderes Kaliber ist die Situation auf der koreanischen Halbinsel. Die "Ära der strategischen Geduld" der USA gegenüber Nordkorea sei zu Ende, sagt Vizepräsident Mike Pence. Es lägen alle Optionen auf dem Tisch. "Dieser Typ in Nordkorea handelt nicht rational, sein Vater und sein Großvater waren viel vernünftiger", sagt US-Senator John McCain über den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un.

Kuhhandel

Der aussichtsreiche Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron gibt derweil eine wirtschaftliche Bankrotterklärung für sein Land ab. Er sagt den Zeitungen der Funke Mediengruppe, dass die wirtschaftliche Stärke Deutschlands nicht tragbar sei. Man kann es auch anders formulieren: Die wirtschaftliche Schwäche Frankreichs ist untragbar für die Eurozone.

An Reformen glaubt ohnehin niemand. Dem französische Stimmvolk schwebt ganz offenbar ein Tauschgeschäft mit der Eurozone vor. Man verhindert Le Pen. Damit hat man dann aber auch seine Schuldigkeit getan. Für zeitgemäße Strukturen auf dem Arbeitsmarkt und eine Verschlankung des überbordenden Staatsapparats gibt es nämlich keine Mehrheit in dem Land.

Wie sehr sich die Franzosen sträuben Reformen anzugehen, zeigt der Aufstieg des Linkspopulisten Jean-Luc Mélenchon. Ihm trauen die Demoskopen inzwischen den Einzug in den zweiten Wahlgang zu. Sollte es in der Stichwahl zu einem Duell zwischen Le Pen und Mélenchon kommen, gäbe es bereits vor der Abstimmung einen großen Verlierer: Den Euro.