Magerkost von der Schweizer Notenbank - EUR/CHF bei 1,10
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Magerkost von der Schweizer Notenbank - EUR/CHF bei 1,10

"Der Franken ist nach wie vor deutlich überbewertet", stellt die Schweizerische Nationalbank (SNB) zum unzähligsten Mal fest. Das ist freilich viel zu wenig, um den Euro in Tuchfühlung mit seinem Hoch vom Februar bei 1,12 Franken zu bringen. Der Wechselkurs kann sich allerdings fürs erste bei 1,10 befestigen, was auf eine geringere Wirtschaftsaktivität in der Schweiz zurückzuführen sein dürfte.

Wie schon in der letzten SNB-Lagebeurteilung vom Dezember 2015 steht in der vom März 2016: "Der Negativzins macht Anlagen in Franken weniger attraktiv. Gleichzeitig bleibt die Nationalbank am Devisenmarkt aktiv, um bei Bedarf Einfluss auf die Wechselkursentwicklung zu nehmen." Das einzige, wobei es sich nicht um Magerkost in der Lagebeurteilung handelt, ist die Senkung der Wachstumsprognose.


Rechneten die SNB-Ökonomen vor drei Monaten noch mit einem Wachstum der Schweizer Wirtschaft im laufenden Jahr von 1,5%, geben sie nun eine Spanne von 1-1,5% an. Die geringere Wirschaftsdynamik spricht für einen schwächeren Franken. Hinzu kommt, dass die SNB auch ihre Inflationsprognosen für 2016-2018 senkt. Dadurch wird eine Abkehr von dem den Franken schwächenden Negativzins noch weiter in die Zukunft verschoben.

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschloss in der letzten Wochen ein umfangreiches Lockerungspaket. Dies hat aber bisher nicht dazu geführt, dass sich der Euro gegenüber dem Schweizer Franken abschwächt. Ursache ist die von EZB-Chef Mario Draghi vorgenommenen Abschwächung der "Forward Guidance". Draghi erklärte: "Aus heutiger Sicht gehen wir nicht davon aus, dass es notwendig sein wird, die Zinsen weiter zu senken."