Gibt es jetzt frisches EZB-Billiggeld f├╝r Italo-Banken?
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Gibt es jetzt frisches EZB-Billiggeld f├╝r Italo-Banken?

Der Euro bekommt f├╝r kurze Zeit die volle Wucht der Geldpolitik der Europ├Ąischen Zentralbank (EZB) zu sp├╝ren. Aus der Chance auf einen Anstieg ├╝ber 1,10 Franken wird das Risiko eines R├╝ckfalls unter 1,09 Franken. Die Aussicht auf noch mehr Billiggeld ist nichts Neues. Dass Notenbankchef Mario Draghi allerdings so konkret werden w├╝rde, damit hat man nicht gerechnet. Draghi nutzt seine einflussreiche Stellung, um italienischen Banken unter die Arme zu greifen.

Vor einer Woche war 1 Euro noch bis zu 1,0985 Franken wert. Eine Woche sp├Ąter sind es 1,0915 Franken. Was war passiert? EZB-Chef Mario Draghi hat eine weitere Lockerung der Geldpolitik f├╝r M├Ąrz 2016 in Aussicht gestellt.

Wegen der schwachen Inflation im Lichte von Turbulenzen an den Finanzm├Ąrkten und Energiem├Ąrkten "wird es erforderlich sein, die geldpolitische Ausrichtung auf dem n├Ąchsten Treffen Anfang M├Ąrz zu ├╝berpr├╝fen und nochmals zu ├╝berlegen", sagt Draghi. In der verklausulierten Sprache eines EZB-Zentralbankers bedeutet das: Es steht eine erneute Senkung des Einlagenzinses (aktuell: -0,30%) und/oder eine Ausweitung der K├Ąufe von Staatsanleihen auf der Agenda.


Der Euro legt die Worte Draghis nicht auf die Goldwaage. Er erholt sich relativ schnell auf 1,0950 Franken. Ob Draghi tats├Ąchlich lockern kann, ist fraglich. Denn schw├Ąchelnden Absatzm├Ąrkte in den aufstrebenden Volkwirtschaften wie China und Brasilien kann die Euroraum-Wirtschaft durch tiefe ├ľlpreise, die wie Steuererleichterungen wirken, ausgleichen. Konjunkturtechnisch ist eine EZB-Lockerung somit nicht geboten.

Draghis eigentliche Absicht k├Ânnte darin liegen, Aktienkurse aufzuh├╝bschen und Volatilit├Ąt zu unterdr├╝cken. Die unter erheblichen Verkaufsdruck geraten italienischen Banken brauchen offenbar eine Pause. Die Italiener sind bekannt daf├╝r, ihnen unliebsame Entwicklungen an den Finanzm├Ąrkten verbieten zu wollen. W├Ąhrend der Finanzkrise wollte die Regierung in Rom den B├Ârsenhandel mehrere Tage aussetzen. Amerikaner und Briten haben da freilich nicht mitgemacht.