Fallbeispiel: Franken-Kredit am hohen EUR/CHF-Kurs absichern
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Fallbeispiel: Franken-Kredit am hohen EUR/CHF-Kurs absichern

"Kannst du bitte mal das Thema "Franken-Kredit am hohen EUR/CHF-Kurs absichern" nochmals erörtern. Ich glaube dass es beim aktuellen Kurs sehr interessant sein kann für viele, wie man sich gegen Kurseinbrüche ein wenig absichern kann.
Andy

Beispiel:
Ein Franken-Kreditnehmer verschuldet sich im Jahr 2002 für 100.000 Euro. Beim damaligen Euro-Wechselkurs von 1,45 Franken ergibt sich eine Kreditsumme von 145.000 Franken. Der Kredit muss nach 20 Jahren zur Gänze und auf einen Schlag zurückbezahlt werden.

Weil der Euro auf 1,17 Franken steigt (nach 1 Euro = 1 Franken Anfang 2015), stellt sich der ein oder andere Franken-Schuldner in Österreich die Frage, ob das Ganze vielleicht zu des Guten zu viel ist.

Hinter dieser Annahme steckt die Tatsache, dass der Schweizer Franken seit Jahrzehnten eine Starkwährung ist und in der langen Frist gegenüber dem Euro und den Vorgängerwährung D-Mark, Lira, Franc niemals schwächer wurde.



Exkurs Gold-Absicherung:
Eine elegante Möglichkeit besteht darin den Sicheren Hafen Gold anzusteuern. Man könnte beispielsweise einen Ansparvorgang starten und jeden Monat für 200 Euro Gold kaufen.

Wichtig ist den Ansparvorgang bis zum Laufzeitende des Franken-Kredits durchzuziehen (Stichwort: Cost Average Effekt). Bei sinkenden Goldpreisen kauft man den einen Monat mehr Gold, bei steigenden Goldpreisen den anderen Monat weniger.



Zertifikat-Absicherung:
Direkt Absichern lässt sich ein Franken-Fremdwährungskredit mit dem Kauf eines Devisenzertifikats, das seinen Wert bei einem sinkendem EUR/CHF-Kurs erhöht. Die Gefahr, dass einem beim Kauf eines 🔗EUR/CHF-Short Faktor-Zertifikats das Gleiche passiert, 🔗wie diesem Mindestkurs-Opfer, besteht nicht.*

Obiger Franken-Kreditnehmer kauft eine Anzahl von 1.182 EUR/CHF-Short Faktor-Zertifikate zum aktuellen Briefkurs von 4,23 Euro. Das kostet ihn 5.000 Euro. Weil das Zertifikat einen Fremdkapitalhebel von 10 besitzt, hat er damit 50.000 Euro, also die Hälfte seines Franken-Kredits gegen einen EUR/CHF-Kurseinbruch abgesichert.

Als der EUR/CHF-Kurs im Februar 2017 bei 1,06 stand, war das EUR/CHF-Short Faktor-Zertifikat 11,00 Euro wert. Würde der EUR/CHF-Kurs im Februar 2018 wieder auf 1,06 sinken, würde das Zertifikat zwar nicht erneut auf 11,00 Euro steigen, als die Bank, die es emittiert, auch etwas verdienen möchte. Es sollte aber etwa 10,00 Euro erreichen.

EUR/CHF-Rückfall auf 1,06
Der Franken-Kreditnehmer verkauft seine 1.128 Faktor-Zertifikate für 10,00 Euro und erlöst 11.280 Euro. Zieht man seinen Einsatz von 5.000 Euro ab, bleibt ein Gewinn von 6.280 Euro. Damit hat er einen Teil des Wechselkursverlust, den der abermalige Rückfall des EUR/CHF-Kurses auf 1,06 in in seinem Franken-Kredit hinterlassen hat, egalisiert.

Bei einem EUR/CHF-Kurs von 1,17 liegt die Restschuld obigen Franken-Kreditnehmers bei 123.932 Euro. Bei einen EUR/CHF-Kurs von 1,06 sind es 136.792 Euro:

Verlust ohne Absicherung: 136.792 Euro minus 123.932 Euro = 12.860 Euro
Gewinn auf Faktor-Zertifikat = 6.280 Euro
Verlust mit Absicherung = 6.580 Euro (12.860 minus 6.280 Euro)

Ergebnis:
Ein Franken-Kreditnehmer, der sich abgesichert hat, macht bei einem Rückfall des EUR/CHF-Kurses von 1,17 auf 1,06 einen Verlust von 6.580 Euro. Ein Kreditnehmer ohne Absicherung erleidet einen Verlust von 12.860 Euro.


*Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass das EUR/CHF-Short Faktor-Zertifikat auf 0,01 Euro sinkt, weil der EUR/CHF-Kurs auf 1,30 oder höher steigt. Eine Nachschusspflicht gibt es nicht. Gegebenenfalls lässt sich der Verlust steuerlich geltend machen.