Zur Lage von Franken-Kreditnehmern im Februar 2017
+++ Euro sinkt auf 1,1420 Franken +++
Freiheit statt Sozialismus: Euro-Warnlampe blinkt...>
Home » » Zur Lage von Franken-Kreditnehmern im Februar 2017

Zur Lage von Franken-Kreditnehmern im Februar 2017

Bei Franken-Kreditnehmern macht sie etwas Unmut breit. Hintergrund ist das Stärkerwerden des Schweizer Frankens. Weil 1 Euro inzwischen nur noch 1,06 Franken wert ist, steigen die Kreditschulden auf dem Papier. Österreichs Banken kommt das nicht ganz ungelegen. Sie wollen Darlehen in fremder Währung den Gar ausmachen, um höhere Zinsspannen zu verdienen.

Im September und Oktober notierte der EUR/CHF-Kurs noch bei 1,10. Inzwischen sind es vier Rappen weniger. Bei einem Franken-Kredit im Gegenwert von 100.000 Euro, der im Jahr 2005 zu einem EUR/CHF-Kurs von 1,55 aufgenommen wurde, steigt die Buchschuld von 140.909 Euro auf 146.226 Euro. Zieht man die Zinsersparnis von etwa 11.000 Euro gegenüber einer Euro-Finanzierung ab, steht aktuell ein Minus von 36.226 Euro

"Bevor Fremdwährungskredite bedeutsam waren, konnten die Banken eine Zinsspanne von drei bis vier Prozent verlangen. Durch die Fremdwährungsdarlehen kamen sie dann unter Druck und mussten ihre Spannen deutlich senken", zitiert Die Presse den Finanzberater Johann Massenbauer. Nach dem Vergabestopp von Fremdwährungskrediten könnten die Banken wieder mit höheren Zinsspannen und intransparenten Spesen arbeiten. "Und das tun sie auch tatsächlich", so Massenbauer.

Verkrusteter Bankensektor

Hintergrund: Der österreichische Bankensektor ist bei weitem nicht so zersplittet wie der deutsche. Die großen Player, Bank Austria, Bawag, Erste Group und Raiffeisen, haben sich den Markt aufgeteilt. Die Eintrittsbarrieren für neue Wettbewerber sind extrem hoch. Dadurch haben es die Platzhirsche leicht bei Kunden hohe Gebühren und Zinsmargen (damit verdienen die Banken Geld bei Krediten) durchzusetzen.

In einem solchen Oligopol kommt der Wettbewerb zu kurz. Es gilt: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Franken-Kreditnehmer können oft nur bei der Bank, von der sie das Darlehen haben, in einen Euro-Kredit konvertieren. Gäbe es mehr Wettbewerb, könnten sie im Internet Umschuldungsangebote vergleichen und sich den günstigsten Kredit aussuchen, so wie es Häuselbauer in Deutschland und den USA tun.

Doch an ein Aufbrechen des Banken-Oligopols trauen sich OeNB-Chef Nowotny, der Herr Finanzminister Schelling und die Herren Ettl und Kumpfmüller von der Finanzmarktaufsicht (FMA) nicht heran. Bei diesem Personenkreis scheint eine große Nähe zu den Banken vorhanden zu sein.

Zum Thema:
Banken-Liebling Schelling fehlt Weitblick bei CHF-Krediten