Steuerung des Euros Ursache der nächsten Finanzkrise
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Steuerung des Euros Ursache der nächsten Finanzkrise

Die Eurozone liefert sich mit der Schweiz einen Schlagabtausch beim Außenhandel. Die Devisenmärkte müssen sich mit diesem Thema beschäftigen, weil beide Volkswirtschaften von künstlichen Abschwächungen ihrer Landeswährung profitieren. Ohne die Interventionisten der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Schweizerischen Nationalbank (SNB) wäre die Weltwirtschaft in einem gesünderen Zustand. Die Gefahr neu aufkeimender Finanzkrisen wäre weitaus geringer.

Trotz vieler Nörgeleien über den Wechselkurs gelingt es der Schweizer Wirtschaft einen Rekordüberschuss zu erzielen. Um 4,2 Milliarden Franken überstiegen im Oktober die Warenausfuhren die Wareneinfuhren, teilt das Bundesamt für Statistik mit. Auch die Eurozone sucht ihren Segen im Außenhandel. Die 19 Euroländer erwirtschafteten zuletzt einen monatlichen Überschuss im internationalen Warenverkehr von 20,5 Milliarden Euro, wie Aufzeichnung der Statistikbehörde Eurostat zeigen.

Die Schweiz und der Euroraum beeinflussen - man kann auch von manipulieren sprechen - Wechselkurse. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist seit mittlerweile knapp sieben Jahren dabei. Die Europäische Zentralbank (EZB) trat in den Währungskrieg im Mai 2014 ein. Mario Draghi wird nachgesagt, dass ihm der damalige Eurokurs von 1,40 Dollar ein Dorn im Auge war. Durch immer weitere Öffnungen der Geldschleusen (Quantitative Easing, QE) hat es der Italiener inzwischen geschafft, den Euro auf 1,06 Dollar nach unten zu bringen.


Derweil weitet sich das Handelsbilanzdefizit der USA aus. Auch die asiatischen Volkswirtschaften ächzen unter dem weichen Euro, der ihre Exportperspektiven untergräbt. Insofern muss einem Beobachter die jüngsten Aussagen von der EZB schon ein wenig spanisch vorkommen. Mario Draghi begründet die in Aussicht gestellte nächste Lockerungsrunde mit einer Abschwächung des Wachstums der Weltwirtschaft. Dabei ist seine EZB mit der über die QE-Schiene herbeigeführten Euro-Abschwächung ein Hauptgrund dafür, dass es Exporteure von Südkorea bis Singapur schwer haben.

Hinzu kommt die Aushebelung eines weiteren marktwirtschaftlichen Prinzips durch die EZB-Banker. Der Mechanismus, dass Staaten über steigende Marktzinsen in einen wachstumsfreundlichen Reformprozess hineinbegleitet werden, gilt im Euroraum spätestens seit dem Beginn der Käufe von Staatsanleihen nicht mehr. Die EZB unter Mario Draghi verfolgt folgenden Ansatz: Billiggeld statt Reformen.

Aus der Sicht vieler Ökonomen gibt es inzwischen viel zu hohe Handelsungleichgewichte. Das gelte vor allem für die Situation zwischen dem Euroraum und den USA. Die langfristigen Auswirkungen der Draghi-Doktrin sind noch nicht absehbar. Sicher scheint nur, dass es irgendwann eine Finanzkrise geben wird, weil solche Krisen dazu gehören. Sichere Häfen, wie der Schweizer Franken, wären dann wieder gefragt.

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