OeNB-Chef Nowotny kennt kein Pardon für CHF-Kreditnehmer
+++ Euro vor EZB-Sitzung bei 1,0830 Franken +++
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OeNB-Chef Nowotny kennt kein Pardon für CHF-Kreditnehmer

Österreichs Notenbankchef Ewald Nowowtny lässt den Euro auf 1,0815 Franken purzeln. Das ist der tiefste Stand seit über einem Monat. Es sei "ziemlich offensichtlich", dass in dem gegenwärtigen Zustand der Wirtschaft weitere Instrumente erforderlich seien. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde ihre Inflationsziel "klar verfehlen", sagt der dienstälteste Banker im EZB-Rat. Der OeNB-Chef macht seinen heimischen Franken-Kreditnehmern das Leben schwer.

Die ungewöhnlich schwache Inflation in der Eurozone gehe vor allem auf niedrige Energiepreise zurück. "Man muss sagen, dass die Zentralbanken das nicht beeinflussen können", erklärt Nowotny bei einer Veranstaltung in Warschau. Auch die Kerninflation, also jene Inflation, die die Preise für Energie und Lebensmittel ausklammert, liegt nach Einschätzung des OeNB-Chefs "klar unter dem anvisierten Ziel".

Die Aussage über die zu tiefe Kerninflation birgt Sprengstoff. Die Notenbankchefs von Deutschland, den Niederlanden und den baltischen Euroländern dürften diese Schlussfolgerung nicht teilen. Die jährliche Kerninflation lag im Euroraum im September bei 0,9% und war damit dem Inflationsziel der EZB von 2%, sehr viel näher als die "normale" Inflation. Die auch "Headline Inflation" genannte Rate lag wegen des Ölpreisabsturzes bei -0,1%.


Mit seinen Aussagen nabelt sich der OeNB-Chef endgültig von den Falken, die weitere Lockerungen ablehnen, ab. Nowotny gilt von nun als eine geldpolitische Taube, wie sie im Buche steht. Wie Notenbankchef Mario Draghi und EZB-Vizepräsident Vitor Constancio lasse sich der Österreicher keinen Vorwand nehmen, um für eine noch lockerere Geldpolitik zu plädieren, sagen Kritiker.

Österreichische Franken-Kreditnehmer dürften für die Position ihres obersten Währungshüters wenig Verständnis haben. Bei einer Ausweitung der Käufe von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) hätte es der Euro extrem schwer, die in den letzten Monaten gegenüber dem Schweizer Franken erzielten Kursgewinne zu halten.