Deutsche verlieren Tauziehen um QE und harten Euro
+++ Euro vor EZB-Sitzung bei 1,0830 Franken +++
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Deutsche verlieren Tauziehen um QE und harten Euro

Der Euro geht mit leichten Verlusten aus der Handelswoche. Er schwächt sich von 1,10 auf 1,09 Franken ab. Noch bleibt die Gemeinschaftswährung von einem Absturz auf 1,05 verschont. Der Führungszirkel der EZB bekräftigt seine Absicht des Gelddruckens. Die Deutsche Bundesbank will da nicht mitmachen. Verlieren die Deutschen das Tauziehen, wird es für den Euro eng.

Im Schatten des alles überstrahlenden US-Zinsentscheids lieferten sich zwei Schwergewichte der EZB einen Boxkampf. Man habe Spielraum für sehr viel mehr Käufe von Staatsanleihen, sagte EZB-Vizepräsident Vitor Constancio der Nachrichtenagentur Reuters. Im Vergleich zu den Käufen anderer Notenbanken falle das von der Europäischen Zentralbank im Frühjahr gestartete QE-Programm (Quantitative Easing) klein aus.

Die EZB habe lediglich für 5,3% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) des Euroraums Anleihen gekauft. Die US-Notenbank (Fed) habe für 25% des BIP gekauft, in Japan liege das Verhältnis bei 64%, so Constancio. "Wir sind also sehr weit davon entfernt, was andere Zentralbanken getan haben." Die BIP-Verhältnisse seien zwar keine Richtschnur. Es gebe aber Spielraum, falls man im EZB-Rat die Notwendigkeit für eine Ausweitung der Käufe erkenne, fügte der Portugiese hinzu.


Der Präsident der Deutschen Bundesbank, EZB-Ratsmitglied Jens Weidmann, sieht keinen Grund für Diskussionen über eine Ausweitung der Käufe von monatlich 60 Milliarden Euro. "Wir haben ein nie da gewesenes Kaufprogramm gestartet, das sich noch mitten in der Umsetzung befindet. Die Geldpolitik sollte sich nicht vom Auf und Ab einzelner Indikatoren treiben lassen", sagte Weidmann der "Süddeutschen Zeitung".

Das Tauziehen um eine Ausweitung dürfte Weidmann verlieren. Vergangene Abstimmungen zeigen, dass die Bundesbank für ihre Position im EZB-Rat keine Mehrheit findet. Eine Vielzahl von Devisenfachleuten geht davon aus, dass der Euro-Franken-Kurs bei einer Ausweitung der EZB-Käufe sinken müsste.

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