Deutsche Bank rechnet mit Euro-Anstieg auf 1,11 Franken
+++ Euro vor EZB-Sitzung bei 1,0830 Franken +++
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Deutsche Bank rechnet mit Euro-Anstieg auf 1,11 Franken

Die Währungsexperten der Deutschen Bank rechnen mit einem Anstieg des Euros auf 1,11 Schweizer Franken. Ausgangspunkt dieser Prognose ist das Wirtschaftswachstum in der Eurozone. Die Schweizer Konjunktur hinkt hinterher, sie gibt sich aber noch nicht geschlagen. Ferner ist die Wechselkursprognose von Deutschlands größtem Geldhaus nicht ganz frei von Risiken, wie ein Blick auf Mario Draghis EZB zeigt.

Was haben die Euroländer Deutschland, Niederlande, Belgien, Spanien und Portugal gemein? Sie werden im laufenden Jahr stärker wachsen als die Schweiz. Hintergrund ist der Frankenschock. Wegen der plötzlichen Abschaffung des Mindestkurses haben es eidgenössische Exporteure schwer ihre Waren im Euroraum abzusetzen. Vor einem Jahr sah es noch freundlicher für die Firmen aus, weil die Euro-Stützgrenze bei 1,20 Franken galt.

Die Wirtschaft im Euroraum werde 2015 ein Wachstum von 1,4 Prozent auf die Beine stellen. In der Schweiz werde sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur um 0,8 Prozent erhöhen, prognostizieren die Volkswirte der Deutschen Bank. 2016 dürfte sich die Wachstumskluft zwischen den Währungsräumen schließen. Der Euroraum soll im nächsten Jahr 1,6 Prozent und die Schweiz um 1,2 Prozent wachsen.


Gemäß den Prognosen der Deutschen Bank wird der Eurokurs auf
  • 1,07 Franken steigen bis September 2015,
  • 1,10 Franken steigen bis März 2016 und
  • 1,11 Franken bis Juni 2016.

"Die Europäische Zentralbank (EZB) ist weiterhin entschlossen, ihr QE-Programm wie geplant bis September 2016 fortzuführen. EZB-Präsident Draghi hat mehrmals darauf hingewiesen, dass eine Ausweitung des Programms wahrscheinlicher als eine vorzeitige Begrenzung ist", berichtet die Deutsche Bank.

Mit dieser Beobachtung untergraben die Deutsche-Bank-Experten ihre eigenen Schweizer Franken Prognosen. Bisher haben die Devisenmärkte eingepreist, dass die EZB ihre Bilanzsumme (aktuell: 2,5 Billionen Euro) durch die Anleihekäufe auf drei Billionen Euro erhöht. Sollte Draghi mehr Geld drucken, dürfte es der Euro wegen des Verwässerungseffektes noch schwerer haben Wechselkurse jenseits von 1,10 Franken zu erreichen.