Das Anstiegsfenster für den Euro ist nicht ewig geöffnet
+++ Eurokurs aktuell bei 1,0830 Franken +++
Eurozone kann verbleibende Zweifel nicht ausräumen...>
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Das Anstiegsfenster für den Euro ist nicht ewig geöffnet

Das Pokerspiel zwischen dem Euro und dem Schweizer Franken geht in die entscheidende Runde. Der Euro hat die besseren Karten auf der Hand, wie ein Vergleich aktueller Konjunkturdaten zeigt. Allerdings muss sich der Eurokurs sputen mit dem in der Luft liegenden Anstieg auf 1,10-1,20 Franken. Wartet er zu lange, findet die Schweizer Wirtschaft vom Krebsgang auf den Wachstumspfad zurück.

Der Euro notiert nach einer Achterbahnfahrt bei 1,0620 Franken. In der vergangenen Woche kletterte der EUR/CHF-Wechselkurs zunächst auf ein Viermonatshoch bei 1,0790, um danach auf 1,0530 abzusacken. Es folgte eine Stabilisierung in letzter Sekunde. Charttechniker atmen auf, nachdem der Euro den Sprung über 1,06 schaffte. Dank des Wochenschlusskurs über der wichtigen Unterstützung bei 1,0570 bleibt der Aufwärtstrend intakt.

"Vor dem Hintergrund der griechischen Schuldenkrise hat sich der Eurozone-Industriesektor im Juli wacker gehalten", kommentiert Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson den Einkaufsmanagerindex (PMI) für das produzierende Gewerbe. Der Index lag mit 52,4 Punkten komfortabel über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.


Anders sieht es in der Schweiz aus, wo der wichtige PMI-Frühindikator um 1,3 Punkte auf 48,7 Zähler fällt. Auf kurze Sicht sei eine Entspannung nicht in Sicht. Der Franken habe sich zwar jüngst gegenüber dem Euro abgewertet. Die Abwertung sei aber zu gering, als dass eine rasche Trendwende der Industriekonjunktur realistisch wäre, erläutert die Credit Suisse. "Der Krebsgang in der Industrie dürfte damit noch länger andauern", sagt  die Bank.

Solange sich die Schweizer Wirtschaft im Krebsgang befindet und die Konjunktur in der Eurozone expandiert, ist das Anstiegsfenster für den Euro geöffnet. Die Chancen stehen gut, dass für den EUR/CHF-Kurs bei 1,0790 Franken das Ende der Fahnenstange nicht erreicht ist. Sollte sich die Schweizer Wirtschaft schneller auf den starken Franken einstellen, als das viele bisher denken, wird es gefährlich. Die Eidgenossen würden auf dem Wachstumspfad zurückkehren, was den Euro auf 1,00-1,05 Franken zurückwerfen könnte.