Geuro schreckt EZB-Professoren auf
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Geuro schreckt EZB-Professoren auf

Der Euro sinkt kurz vor dem Treffen der Euro-Finanzminister von 1,0450 Franken auf 1,0385 Franken. Die griechische Regierung macht sich bei einem renommierten Experten über die Einführung einer Parallelwährung (Geuro) schlau. Hinter den Kulissen läuft ein Ultimatum der Europäischen Zentralbank (EZB). Österreichs Notenbankchef steckt schon einmal den Kopf in den Sand.

Der Geuro ist wieder da. Sein Erfinder, der frühere Chef-Volkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, reiste vor zwei Wochen nach Athen, um den Verantwortlichen den Prozess der Einführung einer auf Schuldscheinen basierter Währung zu erläutern. "Tsipras und Varoufakis haben sich den Vorschlag für eine Parallelwährung angehört", bestätigt Mayer nun gegenüber dem Handelsblatt.

Das Verhandlungsklima zwischen der griechischen Delegation und den Geldgebern habe sich zwar verbessert. Fortschritte über wichtige Reformen bei Rente, Arbeitsmarkt und Steuern gebe es dennoch keine, heißt es aus Brüsseler Kreisen. Frustrierend müssen die Geldgeber feststellen, dass die griechische Regierung 13.000 Staatsbedienstete wieder einstellt, und damit klipp und klar gegen die Reformauflagen verstößt.

EZB-Professoren

Diesmal dürfte die griechische Regierung für ihre Blockade die gleichen Reformen wie Portugal und Zypern anzupacken - denn nur darum geht es im Endeffekt - von der Europäische Zentralbank (EZB) bestraft werden. Die EZB deutet an, griechischen Banken mehr Sicherheiten für die seit Monaten laufende Notfallliquiditätsbereitstellung (ELA) abzufordern. Dies soll den Druck auf Athen erhöhen Verhandlungsfortschritte mit den Geldgebern zu erreichen.

Österreichs Notenbankchef, EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny, bemüht sich derweil den sich abzeichnenden Showdown herunter zu spielen. Das griechische Problem sei mehr ein politisches als ein ökonomisches, sagte Nowotny heute auf einer Podiumsdiskussion in Wien.

Ganz so einfach ist es aber nicht. Die EZB hat noch vor Draghis Whatever-it-Takes Rede für etwa 45 Milliarden Euro griechische Staatsanleihen gekauft. Wie sich Nowotny nun davon stehle, sei das typische Vorgehen eines Notenbank-Professors, der hinter den Kulissen die Strippen ziehe, aber keinerlei Verantwortung übernehme, sagen Kritiker. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) lasse grüßen.

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