Griechenland-Krise ist doch lösbar
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Griechenland-Krise ist doch lösbar

Der „Geuro“ geistert durch die Gazetten. Er ist eine Erfindung von Thomas Mayer, dem Chef-Ökonomen der Deutschen Bank. Es handelt sich nicht um eine Währung, sondern einen Schuldschein und ist eine Antwort auf: „Was passiert wenn Griechenland nach den Wahlen am 17. Juni 2012 keine reformfreundliche Regierung zustande bringt und die EU und der IWF die Hilfszahlungen einstellen?“

Irgendetwas muss Griechenland nun tun. Weil die Menge der vorhandenen Euros sinkt und der Tauschhandel eine Renaissance erlebt, gibt man Schuldscheine aus, den so genannten Geuro. Damit engeltet der Staat Renten, Gehälter von öffentlichen Angestellten, Subventionen und Sozialhilfe. Ferner akzeptieren die Verkehrsbetriebe Geuros und man kann mit ihnen Lebensmittel kaufen und die Stromrechnung bezahlen.

Dass ein solches Schuldschein-System funktioniert, zeigt die Argentinien-Pleite. Nachdem die Eins-zu-Eins-Bindung des argentischen Peso an den US-Dollar im Dezember 2001 kollabierte, herrschte akute Bargeldknappheit. Die argentinischen Provinzen gaben daraufhin Schuldscheine aus, auch LECOP genannt (Letter of Cancellation of Provincial Obligations, Letras de cancelación de obligaciones provinciales).

Ein ähnliches System könnte in Griechenland zum tragen kommen und würde einen Austritt aus dem Euro für ein bis zwei Jahre verzögern. Der Geuro würde gegenüber dem Euro massiv abwerten, beispielsweise hätte ein Geuro nach kurzer Zeit nur noch einen Wert von 20 Euro-Cents.

Dies hängt in erster Linie vom Vertrauen der Griechen in die zukünftige Zahlungsfähigkeit ihres Staates ab sowie der Menge an Geuros, die von Griechenlands Regierung in den Umlauf gebracht wird. Leidtragende wären öffentliche Einkommensbezieher, vom Sozialhilfeempfänger bis zum Rentner, die hohe Einkommensverluste hinnehmen müssten.

Eine Geuro-Lösung wäre denkbar, sollte der Linkspopulist Alexis Tsipras an die Macht gespült werden. Wenn die Griechen merken, dass Tsipras noch viel mehr ihrer Einkommen vernichtet hat als die Sparprogramme der EU und des IWF, würden sich viele wahrscheinlich nach den Transferzahlungen und dem Reformprogramm der Troika zurücksehnen.